9.12.09

Es gibt nichts zu feiern, dachte ich, als ich eben den Prosecco aufmachte. Zum Wohl.

Doch.
Gibt es.
Es gibt zu feiern, dass ich zwei wunderbare, gesunde Töchter habe, die sich prächtig entwickeln und mich jeden Tag mindestens einmal zu lachen bringen.

Es gibt zu feiern, dass wir alles in allem ohne größere Krankheiten gelebt haben in der Familie, uns trotz hohen Alters und mancher Gebrechlichkeit noch haben und besuchen können.

Es gibt zu feiern, dass wir in einem schönen Haus in einem sicheren Land leben.

Es gibt zu feiern, dass morgen meine Eltern einfach mal so 400 km mit dem Auto zu uns kommen, um meiner Oma, immerhin 91 Jahre alt und meiner Großtante, 89 3/4 Jahre alt, unser schönes Haus zu zeigen.

Es gibt zu feiern, dass das große Panoramafenster zur Terasse nicht geputzt ist, und man dort die Kinderfingerflecken weithin sehen kann - was für ein Glück.
Ich werde ein Foto davon machen und es mir anschauen, wenn die Kinder nerven, oder wenn sie groß sind und wir nichtmehr so (oder hoffentlich anders) wichtig für sie sind.

Es gibt so viel zu feiern. Und vielleicht ist der Advent, oder gerade dieser Abend mit dem Prosecco genau der richtige Anlass dafür.

Zum Wohl.
Auf alle. Ich denke an Euch.

18.11.09

ach wie gut

dass niemand weiss
dass ich Rabenmutter heiss

da guck´ ich -
dumm aus der Wäsche:
denn einmal mehr fällt mir auf,
dass ich nur eine Klitzekleinigkeit aufschreiben wollte,
und schwupps stolpere ich über Reformen

weiss - Wissen oder Farbe?
dass ist irgendwie klar
heiss - Wärmer als Warm oder Namensgebung?

Die Welt könnte so einfach sein

isse abba nit

13.9.09

was man nicht machen soll

wenn man allein zu hause ist, abends,

oder/und

wenn man leicht psychotisch veranlagt ist

oder/und

sowieso leicht erregbar

oder/und

überhaupt niemals und unter keinen Umständen nicht

ist,
die Terassentür aufzulassen hin zum dunklen Garten und schnell den Müll wegzubringen und zu meinen, man würde üben wollen/müssen, stark zu sein.

Weil es in dem Moment vielleicht klappt, aber dann der Rest des Abends und der Nacht extrem unentspannt wird.

Was zu beweisen war...

neues Heim - glücklich sein

und ins internet rein...
Mehrere Wochen sind wir schon hier.
Es sieht immer noch aus wie auf einer Baustelle.
Oder besser, wie frisch umgezogen.
Dass man so wenig schafft mit Kindern hätte ich mal wieder nicht gedacht.
Wenigstens funktionieren Internet und Telefon inzwischen - hat ja auch lange genug gedauert, *seufz*.
Jetzt kann es also weitergehen.

1.7.09

Abschied nehmen

schwanger eingezogen, mit Schmerzen in jeder Hinsicht.
Die erste Nacht, voller Erwartung auf der Isomatte gelegen, dem halbstündigen Schlagen der nahen Kirchturmuhr gelauscht - aber ebenso dem Pipsen aus der Küche, nicht zuzuordnen am Anfang.
Gebrütet, auf dem Sofa liegend die Holzbalken der Decke gezählt. Mit der Britannica das Sofa hochgebockt; geholfen hat es nicht. Langer Abschied ins Krankenhaus.
Rückkehr allein. Kleinbürgerinnen drei Wochen später abgeholt, ab da der Vier-Stunden Rhythmus Stillen/Füttern Wickeln Abpumpen Schlafen Hausarbeit undwiedervonvorn.
Viel zu schnell feiern wir ersten Geburtstag, letzte Woche den zweiten. Viel hat sich getan: Innige, schöne Momente haben längst die angstvollen abgelöst. Stressig ja, aber in sechs Wochen sollen sie schon drei Vormittage die Woche nicht mehr zu Hause verbringen. Das fällt mir schwerer als erwartet, und noch ist es noch nichtmals soweit.
Jetzt also erstmal Umzug.
Wir sitzen, wie man so sagt, auf gepackten Kisten. Leider keine Fotos. Auch nicht vom Vorher, für Spätermal. Schade. Aber der Alltag geht vor - spuckende Kinder, die sich zu Öfchen entwickeln, mit fast 40Fieber, aufgeregt aufgrund der Veränderung, vor leeren Schränken stehen und "allall" rufen, nicht wissen wohin, fast panisch wollen sie nur auf dem Arm sein.
Fast scheint alles gepackt, leider noch nicht ausgepackt. Vor Morgen graust es mir kaum, es wird schon. Werden wir es je schaffen alles Auszupacken?
Was mal angefangen hat hört auch wieder auf hat unsere Nachbarin gesagt.
Überhaupt, Nachbarschaft. Kann nur besser werden, dachte ich lange. Stimmt hoffentlich.
Auch hier dürfen wir gespannt sein.
Alles ist anders.
Wir sind nicht mehr zu zweit.
Wir sind zu viert, wie schön!
Wir sind vielleicht bald angekommen.
Wir schaffen es hoffentlich, uns nicht gleich selbst abzutörnen.
Wir ziehen zum achten Mal in zehn Jahren um, zusammen sind wir in fast 17 Jahren elf Mal umgezogen, das nenn ich waserlebthaben.
Es bleibt spannend, und ich freu mich drauf.
Es ist nicht gerade meine Traumstadt, aber es wird schon irgendwie werden.
Es ist ein tolles Haus und es ist immer schön, einen neuen Abschnitt zu beginnen, denn das ist es ja.
Vorstellen kann ich es mir trotzdem nicht so richtig.

Let the move begin.

20.5.09

...

wir sind in einer Art Sackgasse angekommen.
Kein Ausweg mehr?
Irgendwie gehts immer weiter, klar. Aber darauf hoffen können ist das andere.
Die Zigaretten bleiben ungekauft.
Es muss gelebt werden.
Sehnsucht nach wohin? Fernweh? Wirds besser dadurch?
Und wo sind meine Kinderbücher?

#wmDedgT September 2026

Frau Brüllen fragt das Internet ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag?' und wir beantworten das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag #...