30.10.06

Tennis

Rasensport trifft es ja nicht so richtig hier.

Ich jedenfalls habe ausser in Wimbledon hier noch keinen richtigen Rasenplatz entdeckt (aber ich habe auch noch nicht richtig geschaut).

Brauch ich auch nicht, denn es gibt ja an jeder Ecke, also in fast jedem öffentlichen Park ein paar Tennisplätze. Hartplatz, that is. Aus echtem Beton. Macht aber nix. Hier kann jeder spielen. Manchmal muss man ein wenig Benutzungsgebühr bezahlen, auf manchen ist es umsonst (war früher auf unserem Platz in Ealing so, jetzt zahlen wir stolze 7£ pro Stunde).

Von echtem Vereinstennis haben wir abgesehen, hat uns so auch viel Spass gemacht.

Und gestern waren wir wieder. Der goldene Oktober hat nochmal zugeschlagen, da kann man doch nicht nicht Tennis spielen gehen, oders? Eben.

Das Bild hier ist vom vorletzten Mal, als ich dachte, dass ich jetzt alles festhalten muss, es könnte ja das letzte Mal sein.
Ist ja auch mehr ein Bild vom Ausblick, den man vom Tennisplatz hat.

Und ein weiterer Beweis (ohne Foto), dass das Regenwettervorurteil ein echtes Vorurteil ist.
Ich habe damals in Birmingham von September bis März einen Tenniskurs belegt. Der hat natürlich auch draußen stattgefunden. Und ist in der ganzen Zeit höchstens 2 Mal ausgefallen.
So'n Platz trocknet auch schnell wieder.

26.10.06

Ene Besuch im Zoo

Nä wat is dat schön! (Frei nach uns Willy...)

Gestern war ich zum Kürzestaufenthalt in Köln.
Es war ein richtiger Herbsttag, nicht zu kalt, aber sehr regnerisch, windig, ungemütlich.

Seit Kurzem habe ich eine Jahreskarte für den Kölner Zoo. Dort wurde ja vor einigen Monaten ein Elefantenbaby geboren (Marlar). Überhaupt, die Elefanten. Der letzte Coup des scheidenden Zoodirektors war es, mehrere Elefanten aus Thailand für Köln gewinnen zu können.
Das habe ich mir jetzt endlich mal genauer anschauen können, im (nicht mehr ganz so) neuen Elefantengehege.

Wir Jahreskartenbesitzer waren fast unter uns.
Das Gefühl, den Kartenverkäufer als bekannt zu grüssen, wenn man durch den Hintereingang 'nur mal eben schnell zum kucken' auf dem Weg vom Einkaufen bei Marlar und Co vorbeischaut, ist schon cool.
So wie das Wetter, aber das macht uns Hartgesottenen ja nichts (allerdings muss ich zugeben, dass ich trotz meines eigenen fortgeschrittenen Alters, das Durchschnittsalter ziemlich anch unten korrigiert habe...)

Da war sie also, die Riesenherde. Beeindruckend.
Ein schönes Gefühl, einfach so dort vorbeizuschauen.
Fast schon eine Gewohnheit, dabei das in der Metzgerei gekaufte belegte Brötchen zu essen.

Bindu, unsere Elefanten-London -Connection (er ist aus dem Londoner Zoo vor einiger Zeit nach Köln umgezogen) schien sich gestern auch ganz wohl zu fühlen. Jedenfalls hat er nicht wie sonst nur hospitalisiert hin-und -hergewackelt.

Und mich hats irgendwie froh gemacht, kurz dortgewesen zu sein.

Nä wat is dat schön


23.10.06

Vorraten

Manchmal wenn ich so in meine Schränke schaue, frage ich mich, woher ich das habe, dass ich manches in Massen ansammle. Da finden sich dann z.B. locker ein 2 kg (!!!!) Vorrat an Spätzle (für einen 2-Personen-Haushalt wohlgemerkt) und manches andere, das uns in der nächsten Zeit bestimmt nicht ausgeht.
Lange konnte ich meine merkwürdige Art der Bevorratung ja damit begründen, dass ich genug Platz hatte (zählt schon nichtmehr) bzw dass wir ja manche Dinge hier auf der Insel garnicht so leicht bekommen würden (stimmt auch nur ein bisschen... und am Beispiel der Spätzle schon mal gleich garnicht, denn die kann man ja soooooo leicht selbstmachen).

Anyway.

Kürzlich war ich bei meinen Eltern zu Besuch und hatte den Auftrag, etwas aus dem Vorratskeller zu holen.
Als ich den Nudelvorrat meiner Mutter sah, ist es mir sozusagen wie Teigwaren ins Abtropfsieb gefallen:





Also ich finde das eindruckvoll und bin beruhigt. Jetzt weiss ich endlich wo ich's herhab, und freue mich schon auf einen eigenen, richtigen Vorratskeller. Da mach ich das dann nämlich auch so.

21.10.06

Joyce

Gestern bei Selfridges habe ich Joyce kennengelernt. Sie ist 79 und lebt mit ihrem Mann seit 7 Jahren in London. Die Zeit hier verging wie im Flug. Nach der Pensionierung ihres Mannes sind sie hierhergezogen, weil Tochter und Sohn auch hier leben. Eigentlich sind sie von up North, born and bred aus Manchester. Aber ihr Mann war in IT und so sind sie oft umgezogen. Der Nachteil vom vielen Umziehen ist natürlich, dass man nirgendwo mehr so richtig hingehört, aber thank goodness lebt ihr Mann ja noch und sie leben zentral in einer sehr netten Nachbarschaft.
Sie sind nach dem Krieg auch mal mit der Quenn Elizabeth nach Amerika gefahren, das war ein Erlebnis! Man muss das alles abspeichern, es bleiben einem ja nur die Erinnerungen, aber die kann einem keiner nehmen!
Wenn man so nichts mehr zu tun hat könnte man ja den ganzen Tag nur mit Hausarbeit verbringen, aber man muss sich auch mal belohnen. Heute morgen hat sie Bettzeug gewaschen, und heute nachmittag schaut sie auf ihrem Weg zu Laura Ashley (ist ja mid season sale, vielleicht findet sie was) auch mal bei Selfrigdes vorbei.
Diese Tassen sind ja so schön! Aber hat man nicht schon genug Tassen? Fragt sie mich, die auch genug Tassen hat und sich soeben 2 weitere ausgesucht hat und noch unschlüssig ist. Diese hier sind ja mehr für Kaffee, und sie kann ja ihrer Tochter nicht immer Sachen von ihren Streifzügen durch die Stadt mitbringen...
Gegen Ende dann: what's your name? My name is Joyce, you don't hear that name very often these days, do you.
Anyway, it was very lovely meeting you, and now you can think of me every time you use your mugs! I will.

Natürlich habe ich mir die Tassen gekauft.

Hinterher findet man solche Begegnungen ja manchmal befremdlich. Aber ich bin fest entschlossen, Joyces Aufgeschlossenheit und unsere kleine Plauderei unter 'schöne Erinnerungen' abzuspeichern.

18.10.06

was ich auf dem Kontinent vermissen werde #2

Countdown

man darf mich in diesem Zusammenhang gerne für eine nerd halten, ich find die Sendung in Maßen genossen großartig.
Und ganz besonders heute, wo ich beim Bügeln wieder mal geschaut habe und zum ersten Mal 2 (!! in Worten zwei!!) 8-letter-words gefunden habe! Das ist sonst wirklich nicht meine Art, eigentlich komme ich höchstens mal auf 5-letters und bei numbers klappts manchmal auch ... wunderbar!


Ist eine ausführliche Beschreibung von countdown (da/da da/da dadadadaaaaaaaaaaaaaada) nötig? Ich überlege noch. Das Bild, das ich hier eingefügt hatte, hab ich als Neuling, der nix falsch machen will, lieber wieder entfernt...hier kann man sich über die show schlaumachen und die schönenen Bilder selbst anschaun; just to be on the safe side.

Ach so, ja. Die nachzutragenden Neuigkeit ist, dass Des O'Connor neuer host wird. Wer's wissen will...
Das macht den Umzug dann doch weniger schlimm...

17.10.06

Italy vs Switzerland

Habe grade einen eigentlich typischen channel5 afternoon movie 1980er Film mit Tyne Daly (ja die, deren Namen man nicht kennt, aber die durch Cagney&Lacey bekannt wurde und heute die Mutter von Judging Amy spielt) gesehen, 'kids like these' in dem es um -in hollywood Manier aufgearbeitets -Leben mit geistig behinderten Kindern (hier down syndrome) geht.
In einer Rede stellt Daly einen Vergleich her, der mich angesprochen hat und den ich auf meine Situation etwas umgeschrieben habe:

Du hast vor, nach Italien zu fahren. Freust Dich, hast schon ein paar Bücher darüber gelesen, Dich vorberbereitet. Andere waren schon dort und schwärmen Dir vor.

Du fährst los, kurz vor der Schweizer Grenze geht das Auto kaputt. Na ja, halb so schlimm, die Werkstatt versichert Dir, dass Du damit weiterfahren kannst, ist nichts ernstes. Du erzählst es anderen, die beruhrigen Dich und geben gute Ratschläge, Du solltest eben vorsichtiger fahren und dir mehr Zeit für die Reise nehmen.
In der Schweiz geht das Auto endgültig kaputt. Du stecktst viel Geld rein, versuchst alles, wechselst die Werkstatt, noch ne Rechnung, es nützt nichts. Keiner weiss genau was los ist, aber es ist klar, Du schaffst es nicht nach Italien.

Du magst die Schweiz, irgendwie, aber es ist eben nicht Italien. Du willst hier nicht sein. Steckengebliebensein.
Nach und nach entdeckst Du, dass die Schweiz wirklich schön ist, Dir gefallen die Berge und alles.
Aber Du weisst, dass Du nicht in Italien bist, wo du so gerne hinwolltest.

Zusätzlich erzählt Dir die ganze Welt, dass sie soeben aus Italien zurückkommt, was sie dort alles tolles erlebt hat, wie schön es dort ist. Und Du bist traurig, denn auch Du hattest Italien gebucht.
Und wieder geben Dir die Leute, denen Du erzählst, jetzt in der Schweiz zu sein, vermeintlich gute Ratschläge: wie schön es dort sei, wie man sich nur darauf einlassen müsse. Dass Du auch nach Italien willst hört sich wohl in ihren, und auch fast in Deinen Ohren schon eigennützig beharrend an. 'Kann sie sich nicht endlich in der Schweiz einleben, was hat sie denn, hier ist es doch so toll!
Tut uns leid, wir haben keine Zeit mehr, müssen weiter, nach Italien!'

So lebst du in der Schweiz, es gefällt Dir, aber die Trauer, nicht nach Italien zu kommen, ist trotzdem immer präsent.

Listen

Ich mache gerne Listen. Zu allem möglichen. Mir gefällt auch das Stöckchen-Spiel in der Blogwelt wegen seiner listenartigkeit sehr (allerdings will ich aus Gründen, die mir selbst nicht bekannt sind, noch kein Stöckchen fangen. Kommt noch)

Ich weiss nicht so genau, wann das mit den Listen angefangen hat. Veilleicht als ich mir endlich zugestehen konnte, dass ich mir kleine Zettelchen zum Einkauf schreiben darf (man vergisst ja sonst allerhand und bemerkt dies erst zu Hause).

Ich mache für alles mögliche Listen.
- Welche Pflanzen ich mal in meinen Garten haben will (sollte es je soweit kommen).
- Was in den nächsten Monaten zu tun ist.
- Lieblings -Namen, -Schauspieler, -Filme -Bücher undsoweiter.
- Geschenkelisten -wer kriegt was (daran muss ich allerdings noch arbeiten.... es kommt selten vor, dass ich diese Listen dann zu geeignetem Zeitpunkt finde...)
- Wunschlisten aller Art.
- Einkaufslisten verschiedenster Art.
- Aufgabenlisten verschiedenster Art.
- Pro- und contra- Listen aller Art (Wohnung, Schuhe, was man sich so vorstellt...)
- Themenlisten verschiedenster Art.
- Geschenkelisten aller Art - wer kriegt was wann. Daran muss ich allerdings noch arbeiten. Jetzt wirdsie wieder aktuell, als Weihnachtsgeschenkeliste, aber auch sehr volatil. Wo ist die Liste, wenn man sie braucht? und: wird es je gelingen, endlich mal wirklich sofort den Gedanken bzw die Geschenkidee aufzuschreiben, auch wenn es ein Weihnachtsgeschenk sein soll und wir den, sagen wir, 3. Januar schreiben?... so viele Fragen...

Womit ich bei den Problemen zum Thema Listen wäre:
Denn leider ist die Lebenszeit der meisten Listen kurz: sie verschwinden entweder, weil ich sie für überholt halte (meist sind sie dann noch nicht oder nur teilweise erledigt), oder weil sie durch neue Listen ersetzt werden.

Viele gibt es nur als "note to self", nicht niedergeschrieben. Schade eigentlich. Das ist übrigens dasselbe mit den Briefen, die ich kurz vor dem Einschlafen im Kopf vorschreibe, aber leider nie niederschreibe oder gar abschicke. Oft sind ganz hervorragende Gedanken und Formulierungen dabei, mit denen ich äußerst zufrieden bin, die mir aber am nächsten Tag nichtmehr einfallen. Das ging mir natürlich auch so, während ich meine Magisterarbeit schrieb.
Aber das ist jetzt wirklich ein anderes Thema.

Hier auf der Insel macht man ja sehr gerne Listen. Es ist geradezu institutionalisiert, Listen zu machen. Ohne Listen keine Bücher (s. High Fidelity - vielleicht ist gerade durch Rob das Listenmachen in mein Bewusstsein gedrungen? Wenn ja, war es allerdings eher erstmal nerdig)
Spätestens durch die Listen-Filmchen im englischen Fernsehen, gerne später am Sonntag Abend wurden die Listen bei mir etabliert.
Vorgestern wieder mal die 100 besten Pop- und Rock-Alben. (Radiohead auf Platz 1 ist allerdings ohne mein Einverständnis dorthin gekommen. Macht nix, hab ich meine eigene Liste für)

Es gibt die ganzen Listen ja jetzt auch in Buchform: 101 places/books/films/things you have to visit/read/watch/make before you die. Gibts glaub ich jetzt auch schon auf Deutsch und bringt uns so die Liste näher. Oder etabliert sie endgültig.

Ich habe grade wieder eine angefangen mit den Kategorien "was noch zu sehen ist in London bevor wir gehen" und "was wir immer machen müssen wenn wir London besuchen werden". (Schluchz)

10.10.06

jetzt wird doch noch alles gut

seit gestern abend unterwegs. Heute morgen um 7:00 aus dem Haus, 90 min zum Flugplatz unterwegs (Nebel schon auf dem Weg, idyllisch herbstlich neben der Autobahn auf den Feldern gelegen). Um den Flugplatz leider auch (ich will ungerechtfertigterweise immer Flughafen tippen aber das trifft es jetzt wirklich nicht).
Flug erst auf unbestimmte Zeit verschoben (man ahnt es, Nebel - wobei: kann mir mal ein Flugzeugbegeisterter erklären, warum die im Dunkeln aber nicht bei Grau landen können?), dann gecancelt. Aber immerhin Glück im Unglück weil Billiglinie aus Kulanz Umbuchung angeboten. Abflug also statt 9:55 18:55. Macht ja nix. Hab ja ne nette Begleitung und ein bisschen Arbeit dabei.
War alles eher halb so schlimm, but what made my day ist, dass ich nach all den Jahren ohne aktuell lebenden Lieblingsschauspieler glaube, endlich wieder einen gefunden zu haben.
Matti Pellonpää rückt auf in die all time best Liste und wird abgelöst von Timothy Spall. Jetzt heisst es nur schnell bei Amazon noch alles von ihm bestellen, incl Harry Potter.
Yippih.

5.10.06

gestern am Flughafen

hat die Frau vor mir bei Starbucks am "milk and sugar's over there"-Schränkchen ihren grande Tee (das Beutelchen schien ein extra-langes Seilchen zu haben) mit vieeeeeeeeeeeel Milch und Zucker bestückt.

Tee?
bei Starbucks?
hat das sonst schonmal jemand beobachtet?
gibts das bloß in England?
oder war ich einfach zu übermüdet und fand das deshalb strange?

4.10.06

englischer Humor

ist schon ein Weilchen her. In den Abendnachrichten im Fernsehen wird ein neues high-tech-Mobiltelefon vorgestellt. Auf der Oxford - oder Regent Street wird eine Blitzumfrage zum Telefon bei Passanten gemacht. Als letztes gerät der Reporter an einen Menschen mit deutlichem, ausländischen Akzent (ich meine, einen deutschen Akzent herausgehört zu haben).
Reporter: what do you think of this new mobile?
Passant: too much buttons.
Reporter: you mean too many?
Passant: no, too much.
Ende des Beitrags...

2.10.06

Ben Wilson und das Kaugummi





Darf ich vorstellen: zwei der Kunstwerke von Ben Wilson, Künstler aus North London. Etwas umstritten zwar, aber von mir und anderen hoch geachtet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Kaugummiflecken, die durch auf die Strasse fallengelassenes (und wohlgemerkt vorher gekautes) Kaugummi entstehen, zu bemalen/künsterlisch zu gestalten.
Ursprünglich war sein Plan, alle Kaugummis von seinem Wohnort in Nord-London bis ins West End (also von High Barnet bis in die Innenstadt, und das ist garnicht mal so nah) zu bemalen.
Leider hatte er zwischendurch Stress mit verschiedenen local councils, also Gemeindeverwaltungen bekommen, die meinten, er beschädige öffentlichen Besitz. Die Klage wurde fallengelassen, der Vorsatz allerdings auch. So sieht man ihn an verschiedenen Stellen, erkennbar an seinem mobilen Brenner (ähnlich derer, die die echten Hobbyköche in der Küche zum creme brulle herstellen verwenden) und an seiner mit tausen Farbflecken übersäten Signaljacke, und verschönert die Gehwege mit seiner Kunst.
Ich hatte kürzlich das Vergnügen, ihn zu treffen, und hab mich ein wenig mit ihm unterhalten. Ich wusste nicht, dass er auch Auftragsarbeiten erledigt. Bestimmt findet man inzwischen irgendwo in Highgate Village einen bemalten Kaugummiflecken, praktisch von mir gewünscht. Leider weiss ich nicht genau wo, bzw habe Ben die künstlerische Freiheit gegeben, den Fleck auszusuchen. Ich freu mich, und mach mich bald mal auf die Suche danach! Man geht doch nicht so unachtsam den Gehweg entlang, und man wird öfter fündig als man denkt.

Die beiden hier gezeigten Bilder stammen übrigens aus Muswell Hill, direkt am roundabout zwischen Kirche und Sainsbury, auf der Seite gegenüber der Kirche. Das erste malte er gerade, als ich ihn traf.

Children Of Men

Sonntag abend im Kino gewesen.

Ich mag eigentlich keine Sci-Fi movies.
Ich liebe Sir Maurice Micklewhithe ("you're only supposed to blow the bloody door off"), besser bekannt als Michael Caine.
Ich habe das Buch nicht gekannt oder gelesen (sonst hätte ich mir den Film wahrscheinlich auch nicht angeschaut).

Zu Beginn des Films dachte ich, dass mir die Idee und die Zeichnung der Zukunfts-Gesellschaft sehr gut gefällt und war neugierig, ob dies auf gute Weise durchgehalten würde oder zum Ramsch-Film verkommt.
Um es kurz zu machen: Es wurde durchgehalten.
Es war zwar nicht der beste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe - und es ist ja auch noch nicht vorbei, das Jahr, aber einer der guten.
Vor allem viele Einzelheiten haben mir sehr gut gefallen, da hat man sich echt Mühe gegeben: die Tate Modern als Ministry, eingebaut die Aussicht auf Bankside Power Station inclusive fliegendem Pink Floyd Schwein (was die Jüngeren Kinogehenden unter uns natürlich nicht verstanden haben...überhaupt, die Mit-Zuschauer: als all die jungen Menschen mit uns in denselben Vorführraum gingen hatte ich schon Befürchtungen, ob wir den richtigen Film ausgesucht hatten) Picassos Guernica in der heilen Welt hängend, die fast liebevoll gestaltete Pinnwand bei Jasper ('don't invade Irak' und die Todesanzeige von Bobby More, auf die mich allerdings Schatzus aufmerksam gemacht hat) undsoweiter.

Später allerdings wurde der Film mir zu brutal. Ich kann mit sowas schwer umgehen. Und ich bin auch nicht sicher, ob das nötig war. Unter der Gewalt wurde jedenfalls deutlich, dass weder das Ansinnen der vermeintlich Guten noch das der "Herrschenden" wirklich angemessen war. Mir wars sowieso zuviel und dem Film hat es sicher nicht mehr Tiefe verliehen.

Der Schluss war ok. Hätte nicht anders sein dürfen.
Bin mal gespannt auf andere Kritiken.

Träume sind Schäume?

Der Traum:

ich sitze mit Herr T in einer Art Gondel.
Gegenüber fremde Mitreisende.
Etwa vier Plätze sind noch frei. Diese werden kurz vor Abfahrt des Gefährts (könnte auch eine Seilbahn gewesen sein) von weiteren Menschen besetzt. Ich erkenne die ältere Dame mit dem Kopftuch sofort. Sie setzt sich neben Herr T. Eine jüngere nimmt mir gegenüber Platz.
Bald beginne ich mit der Frau gegenüber zu plaudern, ihr auf englisch zu ihrem Weltmeistertitel im Eventing zu gratulieren. Die übrigen Mitreisenden verstehen immer noch nicht.
Herr T unterhält sich angeregt mit seiner Nachbarin, ich bin mir nicht sicher, ob er auch verstanden hat und versuche, ihm Zeichen zu geben.
Sie lobt ihn für sein gutes Englisch (hätte ihn fast für einen native speaker gehalten), spricht sogar etwas deutsch mit ihm. Später schenkt Herr T ihr unseren (meinen!) tollen Füller, den ich eigentlich von ihm zu Weihnachten bekommen hatte - sie hatte das Schreibgerät anerkennend gelobt. Im Gegenzug schenkte sie ihm einen einfachen Kuli, der hatte allerdings den Queen Elizabeth II. Schriftzug. Endlich verstanden auch die anderen Mitreisenden.
Man verabschiedet sich.

Zur Erklärung:
Kürzlich bin ich in Barcelona mit der Seilbahn über die Stadt geschwebt. Hat mich wohl beeindruckt.
Wir leben in 'der grossartigsten Stadt der Welt', ziehen aber bald um. Herr T hat vor ein paar Tagen seinen neuen Vertrag unterschrieben und ich hab mir Gedanken gemacht, ob er auch einen ordentlichen Stift dabei hat.

War wohl eine Art Abschiedsgeschenk von Mr. Freud.

Danke!

#wmDedgT Oktober 2026

  Frau Brüllen fragt das Internet  ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag?' und wir beantworten das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag...