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13.5.20

#12von12 Mai 2020

Bekanntlich ist  nichts ist so alt wie der Blogpost von letzter Woche, und so muss ich wohl schweren Herzens darauf verzichten, den vorformulierten großartigen Ereignissen der letzten Woche eine eigene Würdigung im Internet! zukommen zu lassen. Andere bringen ihren Garten auf Vordermann, ich habe letzte Woche den Holzboden des Wohnbereichs nachgeölt. Ja, es sind auch wunderbare Fotos entstanden (und der Geruch erst!) aber ich werde mir die mir von mir selbst zugedachte Medaille 'Hausfrau der Woche' (auch wegen Muttertag!) tapfer nicht verleihen und einfach mit #12von12 weitermachen. Frau Caro von DraußennurKännchenblog nebenan sammelt traditionell die links fürs #12von12 - vielen Dank dafür (und sorry für die verspätete Verlinkung)

Es gab am Sonntag einen kleinen Eklat, vorher jedoch schöne Fotos beim Spazierengehen. Eines davon hat es als Einstieg geschafft, denn das obligatorische Foto von Tante Anna, geboren am 12.5.1906 entfällt heute. (Die Cousine meines Opas vätelicherseits, Link suche ich nachher raus.)

Die Problematik ist bekannt: ich kann an kein ernstzunehmendes Endgerät zum Bloggen während hier zwei so-gut-wie-Teenagerinnen für die Schule arbeiten müssen. Ich kann auch nicht immer drei Stunden länger aufbleiben, weil ich mit meinem Tag noch nicht fertig bin, wenn die süßen Töchter erst  gegen Mitternacht ins Bett finden. Ein Dilemma, ich sagte es bereits.

Heute zwölfvonzwölf. Los gehts mir Kaffee. So stelle ich mir das perfekte Kaffee-Milch-Verhältnis einer schnell gebrauten normalen Tasse Kaffee vor:
#2von12
Die Kinder haben sich am Montag an die vorhandene Carrerabahn erinnert, gleich aufgebaut und seither intensiv bespielt. Ich freue mich mich, nicht nur weil ich so ein bisschen MarioCart in echt spielen kann. Später, nicht im Bild, kamen zwei Loopings dazu:

#3von12
Kurzes Vorher-Nachher aus dem Garten: Verheißung eins mit dunkellila, wunderbare Blütenpracht (allerdings deutlich weniger Quantität, ich habe gerade Rhododendronphotos von vor fünf Jahren entdeckt, und kann nur sagen, er hat sehr gelitten)
#4von12
#5von12



Radieschenliebe. Nicht nur bei mir. Wir haben einen Gast, ich denke, es ist das Eichhörnchen (ich hoffe es insgeheim, denn es sah heute so struppig aus, ich gönne es ihm.) Dennoch freue ich mich über die erste Radieschenernte.
#6von12

6.5.20

Es ist der 5.! Also #wmDedgT

Frau Brüllen fragt ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag‘ und ich antworte mit meiner Maiediton.
Meine Laune ist unterirdisch heute. Die Kinder nerven mich, dass es keinen Plan gibt nervt mich, dass der Plan, den ich gerne hätte, erst noch erfunden werden muss nervt mich, dass möglicherweise alle einen eigenen Plan haben nervt mich.
Was ich allerdings sehr gut kann wenn ich genervt bin bzw. oder wütend, denn irgendwo bin ich auch wütend, auf alles, auf jeden, auf ziemlich viele hier in der Familie, auf naja, you get the picture.
Was ich dann also gut kann ist putzen. Und das ist auch sehr dringend einmal wieder nötig hier. Es liegt halt nur leider auch ziemlich viel rum das beim Putzen stört. Mich sonst auch, aber.
Die Kinder sind übrigens schon kurz vor 8 selbständig aufgestanden, sie haben gestern beschlossen, dass ab gestern ein anderer Wind weht, und das ziehen sie durch, Hutab. Ich quäle mich aus dem Bett als ich höre, dass sie ihr gemeinsames Frühstück beendet haben und sich an die Aufgaben machen.
Also gebe ich mich garnicht erst mit Nebensächlichkeiten wie Anziehen ab sondern rausche in den Keller um die Putzerei vorzubereiten. Zuerst räume ich noch rumstehende Körbe aus. Ich hatte mal die Idee für ein System, Dinge an der Treppe abzulegen, um sie jeweils mit nach oben oder unten zu nehmen. Das führte zu mittelgroßen Dingansammlungen auf der Treppe. Seit ich die Körbe tatsächlich mitnehme und einigermaßen diszipliniert ausräume (es dauert garnicht lange und es entsteht keinerlei Rumstehfrust!) ist es wirklich ein System geworden.
Während ich unten brockle klingelt es an der Tür, die Nachbarin wird in die verdreckte Wohnung eingelassen, man sucht mich, ich bin aber im Pyjama im Keller. Hm. Ich lasse mich sehen, die umsichtige Tochter bringt mir einen Pulli, die Nachbarin kommt direkt vom Friseur und legt ihre Maske auf meinem Esstisch ab. Außerdem erzählt sie mir froh, wie gern sie gelebt hat und dass sie mit ihren fast 66 auch gerne jetzt gehen kann. Ich meide die Auseinandersetzung, lächle, lasse mich zum Abendessen einladen, verschiebe das aber auch irgendwann („also dieses Wochenende geht es eh nicht“, sagt sie, „da sind wir schon woanders eingeladen“, argh) und habe noch mehr Laune als sie dann geht.
So lässt sich allerdings hervorragend abschließend entostern (gefällt mir ausgesprochen gut der Begriff, habe ich von Twitter), wobei, was heißt schon abschließend, die bemalten Ostereier am Kerzenleuchter lasse ich noch bisschen hängen, die im Vorgarten nehme ich mir für morgen vor. Dann räume ich die Küche auf und kleben ENDLICH meine Lieblingsfeenkette. Eine Gisela hat sich gelöst, seither warten alle in einem Teller in der Küche auf Behandlung, heute soll es endlich so weit sein, Sekundenkleber bringt’s nicht, das Loch im Kopf muss mit Masse geklebt werden.
Meilenstein.

Fenster in der Küche und Balkontür und Fenster in TochterRs geputzt.
Blühenden Schnittlauch endlich angeschnitten, was verwertbar war in den Quark geschnitten.
Zum Mittagessen Riesenkartoffeln als jacket potatoe, alle dürfen den Belag selbst wählen, zur Auswahl stehen Mais, Schnittlauchquark, Käse, gratinierter Ziegenkäse, Rucola, Sahnehering, dazu Feldsalat. Wir essen auf der Terrasse, das Dompfaffenpärchen speist ungerührt nebenbei ebenfalls, hachz.

Nachmittags putze ich den Böden: Bad, Küche und Flur, die Treppenstufen von oben nach unten, den Boden des Vorraums ganz unten, genug jetzt. Auf dem Balkon möchte ich noch den Blütenstaub wegfegen, aber nach den zwei Maschinen Wäsche hab ich genug. Der Zorn ist leider noch nicht verraucht.
Um Schulzeugs hab ich mich heute nicht gekümmert, sei’s drum, die Wut macht’s möglich, sollen sie halt selbst sehen. Eigentlich stand noch bügeln auf dem Programm, aber dann probiere ich mal schnell die Faltanleitung einer Maske von Frau Gröner. Sieht gut aus und geht schnell. Kann hochgezogen werden und mit der Brille eingeklemmt.

Duschen (putzfein angezogen habe ich mich nach dem Nachbarinnenbesuch) im frischen Bad, ökonomisch ist das nicht, aber schön.
Nächster Programmpunkt Lüften, also uns. Wir sind zwar etwas hinterm Zeitplan, aber geht noch. Also knapp vier Kilometer strammes Gehen durch den Wald, Sonne, Abendlicht, frische Luft, das tut gut. Es sind zwar nicht annähernd 20000 Schritte, irgendwas ist immer.




Während unserer Abwesenheit Gemüsekistenlieferung. Also frisches Brot mit Rohkost und Mittagsessenresten.
Es dauert ewig, bis die Abendrunde eingeläutet werden kann, und dann erinnere ich doch daran, dass das Formular zur Wahl der zweiten Fremdsprache noch abgegeben werden muss (Termin war gestern, ächz). Es ist, Trommelwirbel, bei beiden Französisch. Hurz. (Wann hab ich nochmal den Vortrag gehalten, dass alles gemeinsame zu vermeiden ist?)  Statt Glotzen wieder Vorlesen, die Mädels turnen sich dazu müde. Zauberhaft.
Dann endlich Zubettgehung, und ich Kölsch. Und twitterkneipe, das hebt die Stimmung, Danke, das hat gut getan.
Oh. Ist ja noch garnicht halbzwei.
Schnell noch Meise Yvonne vorbereiten, dass ich die Mädels morgen doch mal noch mit einem Liedchen wecken kann.

PS: erwähnt werden müssen noch eine Spülmaschinenrunde  und eine fast makellos aufgeräumte Küche sowie drei Ladungen Waschmaschine mit Aufhängen und Verräumen. Andere schaffen ja mit Berufstätigkeit mindestens genausoviel (lasst mich)





4.5.20

erstes Maiwochenende

erster Mai, ohne Tanz in denselben.
Es kristallisiert sich gegen Ende der Woche stark heraus, dass Tochter J sich, sagen wir, deutlich auf andere Dinge konzentriert hat als auf Schule. Da ist auch ein Berg, schier unbezwingbar. Nun.
Am ersten Mai wird hier aber mehr so rumgepusselt, dann Steine angemalt, mehr schlecht als recht. Auch, um einen kleine Radtour machen zu können, zum Stadion, den Stein ablegen. Los geht es natürlich erst am sehr späten Nachmittag, direkt in einen Regenschauer. Dann wird es aber noch sehr schön. Wir fahren ums Stadion herum und sind bald in der grünen Frühlingshölle. Franzbrötchenherstellung macht Spaß, Ergebnis ist aber gemessen an der immensen Vorbereitungszeit nicht der Geschmack unsrer ersten Wahl.
Abends habe ich eine Einladung zu einer Geburtstagskaraokeparty, die nun über zoom stattfindet, das klappt aber leider weniger gut. Dabei hätte ich mich so gerne mal getraut. Bleibt mir wenigstens Zeit, noch in der Twitterkneipe vorbeizuschauen, und das wird spät und sehr sehr schön.
So begehen wir den kapitalen Fehler, bis 11 ungestört zu schlummern. Alle sind müde, der Rhytmus hat sich total verschoben. Es müssen heftig ein paar Schulsachen erledigt werden, anbei eine kleine Einführung in powerpoint gratis. Die Nerven liegen blank, aber wir haben auch damit zu tun, über die Zukunft zu grübeln. Das überkommt uns anfallsartig. Aus irgendwelchen Gründen schauen wir die Fotos der letzen 6 Jahre auf dem Smartphone durch (ach ja, auf der Suche nach einem fish n chips Bild, siehe pppräsentation) und schwelgen einerseits in Erinnerungen, blicken aber interessiert und sorgenvoll in die Zukunft. Fußballcamp, Reiterfreizeit, Herbstferien? Ein Telefonat mit meinen Eltern, anstrengend und erhellend. Ich gehe erst gegen 20 Uhr einkaufen, das Rezept für die herzhaften Schinkenkäsewaffeln überzeugt nicht, wie gut, dass parallel noch Spargelrisotto da ist. Als gemeinsame Aktion spielen wir wenigstens noch eine Runde dobble.
Wenigstes hat das Dachfenster den Regen schön.

Nachts rächt sich allerdings die körperliche Inaktivität, J wälzt sich, während ich meinerseits mit Masterfolien und Fußnoten kämpfe. Ich gebe weit nach Mitternacht auf und bringe die Küche noch auf Vorderdings, J hilft mit, interessantes Zusammensein, das Gespräch nach Mitternacht ist bekanntlich das Beste, und die schönsten Partys finden in der Küche statt, aber dass die Zwölfjährige erst um halb vier schläft verlangt nach einem Plan.
Und der sieht so aus:
9:00 aufstehen, Brötchen,
20.000 Schritte über den Tag verteilt,
mindestens die Hälfte des Schulbergs erledigen,
selbstgemachte Pizza.
Wir starten mit gemeinsamem Spaziergang zum Bäcker, sitzen um kurz nach elf beim Frühstück, arbeiten bis 17:30 allerdings unterbrochen durch ein langes Telefonat mit meiner Freundin (wir haben eigentlich einen gemeinsamen Urlaub in den Herbstferien geplant und fragen und jetzt, wie das wohl werden wird) und einem Arbeitswutanfall meinerseits, bei dem ich noch schnell 32 Präsentationen mit einheitlichen Fußnoten auf allen Folien versehe und hochlade (yeah, bitte verzeihen Sie die Detailgenauigkeit). Schuldramaende gegen 18:00.
Planung einer Lüftung. Dazwischen akute Berlinvermissung, denn obwohl ich garnicht unbedingt planen konnte, auf die re:publica zu gehen, fehlt mir dieses Frühlingsberlingefühl. Gegen 19:00 machen wir uns auf zu einem Ruhrspaziergang mit Boards, und sind dann tatsächlich drei Stunden an der Luft, allerdings bestellen wir uns bei zweifelhafter Abstandshaltung Pizza und verspeisen sie ebenfalls draußen, aber das gildet. Es werden insgesamt leider nur etwas mehr als 8000 Schritte, aber die Kinder turnen sich noch müde, während ich vorlese (wegen kein Film). Schlafenszeit gegen Mitternacht. Immerhin nicht halb vier. Ab morgen wieder rigoroses Aufstehen mit Musik. Ich geh mal schnell was gutes raussuchen.



1.5.20

Regentag

wunderbar. Kühl, immer mal wieder Schauer, ist mir aber recht, was sollte ich außerdem draußen? Langsamer Start in den Tag, bisschen hier und da, Hefe verschenkt, ja, richtig gelesen! Am Samstag gab‘s beim Einkaufen nur 500g Packen, die ich unmöglich in diesem Haushalt schaffen kann, auch wenn wir wirklich viel backen. Also umliegende Nachbar- und Freundinnen beschenkt, etwas davon eingefroren. Für den Plunderteig to be für das aufwendige Franzbrötchenrezept von pötzblog braucht es aber leider nur 0,1g Hefe für den Vorteig, insgesamt 9. (via Frau ankegroener ).
Ich muss mich ein bisschen korrigieren zu meinen Auslassungen gestern. Ich finde es meist doch nicht genug, was die Kinder machen für die Schule, möchte am liebsten sehen was sie wegschicken, würde gerne immer gleich das Große Ganze bedenken (Demokratie in Athen, aber Kind, hol mal das Politiklexikon, was heißt denn eigentlich Demokratie). Eltern SIND die schlechtesten Lehrerinnen. Na ja. Wir sind ja alle Lernende. Wenigstens flippen wir nicht mehr jedesmal aus wenn es um Schule geht.
Einen Schnack übers gekippte Küchenfenster mit der Freundin gehalten, mit einer anderen telefoniert. Wegen eines doofen Zwischenrufes die Onlineturnstunde verpasst, schwups, landet auch noch ein Crosstrainer auf der Wunschliste von vor Tagen (Scherz um des Scherzes Willen, wir haben einen ungenutzten Stepper im Dachzimmer stehen, das genügt. Obwohl?!).
Den ganzen Tag in Schlumpfklamotten, trotz drohenden Feiertags nicht einkaufen gewesen (oder gerade wegen).
Abends dann gntm, wie immer mit Aufregern (ich denke, die Weinaktion war gescripted, das habe ich den Kindern auch so vermittelt) einer kurzen Abhandlung meinerseits über kulturelle Aneignung und ihre Nachteile (die Kandidatinnen wurden a la ‚dio de los muertos‘ geschminkt) und Lachanfall während der Werbung, weil ein Würstchenfabrikant mit der ‚recycelbaren Glasflasche‘ warb. Echtmal.
Walpurgisnacht. Allen Hexen eine gute Nacht, wie schön, über die Kommentare zu lesen, wer alles so vorbeischaut.
Was krass war: eben festgestellt, dass die Kellertür mindestens eine Nacht und einen Tag offen (im Sinne von nicht abgeschlossen) war. Grusel.
Was mir dieser Tage sehr gut gefällt: die neue CD von Stoppok (das will ich schon schreiben seit ewig, spätestens seit er mit Brings als special guest beim Autokinokonzert aufgetreten ist. Guter Mann.)
Was lustig war: Die Formulierung in anderem Zusammenhang in der Süddeutschendass die anderen derweil einen gälischen Dialekt lernen, Masken nähen oder sich in die Form ihres Lebens trainieren.
Man bekommt den Eindruck, selbst alles falsch zu machen, was man falsch machen kann. Genau (s.o.). 
Auch schön: das Dompfaffenpärchen, das uns doch auch immer wieder besucht. Ich hoffe, die ungeschälten Sonnenblumenkerne schmecken. (Verpixeltes Suchbild mit Rhododendronanteil vom Vortag und orangenem Punkt. Aber orange hier mal nur positiv!)
das Männchen posed (schreibt man das so?!) das Weibchen ist beschäftigt. Und ich fotografiere das auch noch!

30.4.20

Neues Design hier, na dann

ah, geht auch klassisch.
Gerne lese ich anderswo, dass die Tage verschwimmen, nichts so richtig klappt. Danke dafür, ist ähnlich bei mir.
Gestern wenigstens mal auf dem Markt gewesen, aber: Erdebeeren vergessen, herrje, wie schwer kann es sein?!
Ich möchte mich gerne mit der Urlaubsfrage beschäftigen einfach um darüber nachzudenken. Wo würde ich hinwollen? Was dort tun?
Dass dieses mühsam erarbeitete ‚es ist nicht so wichtig, alles dabeizuhaben, oder von dort mitzubringen, wir fahren ja wieder hin‘ jetzt einfach so nicht mehr gilt. Diese Vorfreude, die dadurch entstandsteht, dass wir uns fürs nächste Mal was vornehmen, neu oder wieder zu tun, es fehlt. Und macht traurig. Wie schnell alles nicht mehr gilt, oder eben doch erst recht.
Dasselbe mit der Schulbildung. Ich freue mich, dass die Kinder en passant Laugenbrezelherstellung begleiten, Kuchen backen. Mache ich mir nur vor, dass es egal ist oder sein wird, wie sie ihre Aufgaben bearbeiten? Es ist diese Schere: mir ist es fast egal, ich finde alles, was sie machen, mehr oder weniger ausreichend. Aber das finde im Zweifel eben nur ich. Es ist wahrscheinlich nicht der Maßstab der Schule. Sollten sie nächste Woche zurückkehren (müssen) und dann eine Arbeit über das Erarbeitete schreiben müssen (es scheint so gehandhabt zu werden) sieht die Sache wahrscheinlich sehr anders  aus. Wie werden wir alle mit den Lücken umgehen, die die Coronazeit in die Bildungspläne gerissen hat. Wir dürfen gespannt sein. Außerdem fehlt mir, bei allem Verständnis, das Zwischenmenschliche in Sachen Schule. Bis auf eine Lehrerin gibt es keinerlei persönliche Ansprache oder Interaktion der Kinder mit den Lehrpersonen.
Die Kinder wurschteln so vor sich hin, erledigen die Aufträge, merken sich manches, anderes nicht. Die Schlafenszeiten verschieben sich, sie spielen und bewegen sich wenig, hängen rum, streiten bei jeder Gelegenheit.
Ich bin von ihrer Wurstigkeit unendlich genervt, aber habe verstanden, dass das hauptsächlich daher kommt, dass ich ihnen so gerne beigebracht hätte, dass es anders besser wäre sein könnte. Das hilft. Ebenso die Güte und Freude, mit der der Mann auf die Kinder blickt. Ein Segen. Und dann gestern Abend, als J beim Haareflechten tatsächlich noch ein bisschen Mathe gemacht hat die schlagartige Erkenntnis, dass ‚selten haben sie es von Fremden‘ auch hier passt: auch ich habe meine Magisterarbeit von 23 bis 5 Uhr geschrieben und den Rest des Tages dafür gebraucht, mir aufzuraffen. Wobei ich die theoretische Erkenntnis natürlich schon lange habe, jetzt ist es auch hinten im Hirn angekommen, Unterschied zwischen wissen und begreifen, ne. Wird schon alles irgendwie (denke ich in guten Augenblicken jedenfalls). Blöd ist in diesem Zusammenhang nur, dass ich bis jetzt immer mindestens noch drei Stunden wach bleiben willmuss nachdem die Kinder ins Bett sind. 
Derweil glotzen die Mädels Zoogeschichten. Gut für mich, kann ich ein paar Zeilen bloggen.
Was schön ist: die wahrscheinlich einzige Pfingstrosenblüte aus dem kläglichen Rest nach dem Radikalschnitt letztes Jahr ist phantastisch anzusehen, leuchtet uns an (das Foto ist leider zu schlecht) Überhaupt diese frische kühle Luft nach den Regenfällen. Finde nur ich diese Gedanken, dieses Feiern des Regens dystopisch?

29.4.20

Corona die soundsovielte

wir haben eine kleine Coronasituation hier. Tagsüber sind die Computerarbeitsplätze besetzt, wir haben eigentlich ausreichend viele, aber von unterschiedlicher Nutzungsfreundlichkeit, sodass hin- und hergewechselt werden muss. Jedenfalls bleibt mir tagsüber nur das Handy. Mit dem kann ich aber nur sehr schwer bloggen. Abends gehen die Kinder so spät ins Bett, dass ich nicht mehr als nötig am Bildschirm sitzen möchte. Im Ergebnis führt das dazu, dass ich nicht blogge. Eigentlich schade.

Dann passiert allerdings einiges unblogbares, das zeigt, wie verunsichert die Menschen auch sind, wie sehr uns das persönlich angeht, wie wenig wir machen können dagegen und wie sehr das nervt.

Insgesamt müsste ich auf die Fotos gucken, um die letzte Woche von allen anderen unterscheiden zu können, das Handy ist aber gerade nicht griffbereit.

Nun bleiben zwei Gedanken. Bei der Twitterkneipe gab es einen sehr interessanten Beitrag, als wir eigentlich vom Puzzeln sprachen. Ich versuchte, den Prozess der Puzzelei in Worte zu fassen: daselbe fühlte das Geburtstagskind-to-be beim Programmieren. Ob eventuell die Mädchen eher puzzeln würden, und ob man sie nicht fürs  Programmieren begeistern könne? Dem könnte man doch mal nachgehen.
Seit Tagen verstärkt sich in mir ein Kaufdrang und ich fühle mich dadurch unangenehm stark an das allgemeine kapitalistische Setting gebunden. Als ob durch den Erwerb von Dingen alles gut, besser, anders würde. Meine Liste von Dingen, die ich am liebsten sofort kaufen würde:
Wohnwagen, Siebträgermaschine, EBike, Kopfhörer, Kochbücher, ich hör lieber auf, die Liste ist zu lang.
Außerdem wünsche ich mir, dass ich bald wieder Hilfe habe beim Putzen. Staub hat ja auch einen Eigengeruch. Mit dieser epochalen Trivialität möchte ich schließen.


20.4.20

Kurze Zusammenfassung der letzten Zeit

tagebuchbloggen ist das ja nicht.
Wem möchte ich was erzählen?
Hier sind einige nicht blogbare Dinge geschehen, nicht besorgniserregend, aber doch irgendwie tiefgreifend. Es pubertiert sich schwierig während einer Pandemie. Then again, was ist schon einfach. Interessant, welche Automatismen sich in dieser Gruppendynamik so ergeben.

Die Tage plätschern, sie ziehen sich wie Kaugummi, dennoch sind sie schnell vorbei. Wo genau sind jetzt diese beiden Ferienwochen geblieben? Motivierte Menschen haben jetzt Haus und Garten auf Vordermann, selbst hier bin ich unteres Mittelmaß. Ein paar Fenster sind geputzt, manche nicht. Am Samstag habe ich einmal mehr den jährlichen Kampf gegen den Giersch aufgenommen. Nein, ich möchte den nicht essen, nein, ich möchte nicht spritzen. Seit elf Jahren wohnen wir nun hier, bis jetzt hat der Giersch gewonnen.
Hier eine nicht chronologische Liste von Gegenpflanzversuchen:
Rhabarber, Pfingstrosen (hahaha) Lampions, Maiglöckchen, Minze, Liebstöckl. Ich hoffe, ich kann meine Arbeit (vier Stunden für etwa ein Viertel Beet) fortsetzen.
Zwieter Säversuch. Wenn es wieder nicht klappt fahre ich halt doch in den Gartenmarkt. (Das Eichhörnchen hat sich alles geholt. War aber süß, es hatte den Nachwuchs um den Hals hängen. Und die Pfötchenabdrücke im Beet waren eindeutig, aber nicht gut zu fotografieren).
Die gekauften Salatpflänzchen haben sich die Schnecken schmecken lassen (kauf dir ein Hochbeet haben sie gesagt, da hast Du keine Schnecken haben sie gesagt. Hahaha)
Bilder habe ich noch nicht sortiert. Auch Fotoalben sind noch nicht entstanden.
Nun, was möchte ich erzählen. Für bloße Berichte über die Eintönigkeit des Lebens ohne besondere Impulse reicht es gerade, schöne Texte oder neue Links zu klugen Gedanken schreiben andere besser und finden andere schneller.
Vielleicht ist es auch die Art Frust, nichts besonderes zu sein, nichts besonders gut hinzukriegen.
Die 'momentane Situation' hat allerdings die Erkenntis noch einmal deutlich gemacht, dass allein die Tatsache, Kinder zu haben mich nicht strukturierter oder zu einem besseren, anderen Menschen gemacht hat, ich mich mehr zusammenreiße Sachen erledigt zu bekommen. Keine filmische Bildung, kein 'mehr Vorlesen', keine großen Fahrradtouren, nicht einmal eine songchallenge. Ich habe mal angefangen, die Kinder mit Lieblingssongs von mir zu wecken, auch das ist schnell wieder eingeschlafen, hahaha. Vielleicht heute neuer Anlauf?

Also einfach weiter aufschreiben, was so passiert? Manchmal geht das, manchmal nicht so gut.

Ostern war ja auch. Schnell noch ein Foto.
Wobei Ostersamstag wirklich schön war. Erst Draußen gearbeitet, abends Stockbrot mit Osterfeuer aus dem Grill (mit Pizzateig aus der Kühltheke, so gut hat das noch nie geklappt! Ruckzuck fertig, und geschmeckt hat es auch. Und fast kein schlechtes Gewissen)

Gut war, dass ich mich letzte Woche zwei Mal auf Abstand mit einer Freundin zum Walken getroffen habe. Einmal waren wir zu einem Distanzgetränk bei einer Bekannten und haben CDs getauscht.
Zwei 1000 Teile Puzzle bearbeitet und dazu ??? und !!! gehört. Mir manchmal die Ohren auswaschen wollen, aber Hauptsache zusammen.
Känguru mit  guten Geistern in Nuss in Ermangelung klassischer Schnapspralinen oder was ich mir darunter vorstelle
 (das ist schon zwei Wochen her, aber Chronistinnenpflicht).
Der Holzboden im Wohnzimmer wartet noch auf Bearbeitung.
Die Urlaubsfrage wird geschoben.
Immerhin halten wir es in großen Teilen gut zusammen aus hier.
Es gibt möglicherweise einen neuen Essensplan mit Listen, auf denen Lieblingsgerichte und häufig gekochtes/ übliches steht sowie Variationen, kombiniert mit einer Liste, die wochentags die Beilagen wechselt (die Idee stammt aus dem Internet, ich find leider weder link noch Quelle wieder).

Bemerknisse:
- das Abendessen muss gegen 19:00 fertig sein, sonst zieht sich die Abendroutine zu spät in die Nacht. Das hat inzwischen auch Tochter J erkannt.
- die Mikrofasertücher der Firma, die ihren Namen genauso gefunden hat wie ich meinen fürs Internet (ja, ich würde das jetzt alles ganz anders machen) liefern ein hervorragendes Putzergebnis, schmiergeln aber nicht nur Oberflächen, sondern auch meine Haut, sodass meine Hände sich in bemitleidenswürdigem Zustand befinden. Die Handcreme muss erst noch gefunden werden, die das wieder rausholt.
- es muss doch Fußpflege oder dieses Chemiezeug her
- es gibt eine kleine Aufgabe, die ich gerne bearbeiten würde. Vielleicht auch zwei. Bei der einen finde ich keine Texte, bei der anderen kann ich mich nicht für ein Werk-Bild-Dings entscheiden. Story of my life?
- die Ringe, die ich nach der Gartenarbeit vermisste, haben sich wiedergefunden. Und zwar ohne ein weiteres Umgraben der bearbeiteten Flächen. Ein Glück. Klar, Anfängerfehler, aber wie streifen sich zwei von drei Ringen einfach so ab.
- ich fürchte mich vor der Lockerung, werde mir aber erst einmal anschauen, wie das alles konkret umgesetzt wird.

Jetzt zurück in den neuen alten Alltag.



3.4.20

Donnerstag, 2.4.

heute habe ich verschlafen, aber bestimmt nur deshalb, weil ich gestern (gestern, haha) erst gegen 3 eingeschlafen bin.
Heute hatten wir zum ersten Mal seit dem 13.3. einen nicht abgesagten Termin. TochterR hat ja seit einigen Wochen eine feste Zahnstange, heute stand die erste Kontrolle an, die ich nicht absagen wollte, und just hat sich vormittags ein Bracket gelöst.
Ansonsten das übliche, folgende Bemerknisse:
Ich bin unserer Regierung sehr dankbar. Natürlich gibt es Kritikpunkte. Im Großen und Ganzen denke ich aber, dass es hier ganz gut läuft und sich die populistischen Flachpfeifen nicht in Szene setzen (können).
Heutiges Highligh: Igor Levit spielt im Schloss Bellevue. Ich halte das für einen exzellenten Move wie man heute sagt und war sehr bewegt. Himmel war das schön.
Der Rest ging so.
Heidi macht mich aggressiv. (Ich hoffe, das ist bald vorbei. Was nicht hilft ist eine ehemalige Fußballkollegin der Töchter, die jetzt auch modelt.)
Was noch schön war?  Ich kann mich ja immer wieder an meiner neuen Spülmaschine freuen. Das Fassungsvermögen ist mir nachgerade unheimlich. Wir sind gut ausgestattet mit Besteck, aber wenn die Messer alle sind ist die Maschine längst noch ich voll. Faszinierend.
Wetter heute nur so lala. Die Sache mit der Bewegung muss noch besser werden. Room for improvement. Mich dafür beim Great British Bakeoff ‚stand up for cancer‘ Edition (u.a. mit James Blunt, über youtube zu finden, keine Ahnung ob ich das verlinken darf) sehr amüsiert.
Ich lese zu wenig. Aber bald sind Ferien (harhar) wenigsten haben die Kinder heute sehr selbständig ihr Schulzeug erledigt.
(Über den Eklat gegen 23:00 hüllen wir den Mantel des Schweigens).

2.4.20

3. Woche Montag bis Mittwoch 31.3.-1.4.2020

Die Tage ziehen ins Land, die Natur macht einfach weiter. Jetzt mit ein bisschen kalt, ist auch schön, sogar Schnee. Wegen Chronistinnenpflicht kommt jetzt gleich ein Bild davon. Schade ist es für die Sämereien, die wir mutig am Samstag draußen in die Erde gebracht haben.
Die aufgehängten Futtersäulen und die frischgemachte Vogeltränke werden sehr gut angenommen. Ich freue mich.
Low Point der Woche: die Frage, ob der Mann noch nach Hause kommen kann/soll/darf.
Die mütterliche Pflicht nach Luft führte uns 2x um den See, beide Male mit Boards für die Jüngeren, einmal etwas später abends um19:00 mit wenig anderen Menschen und schönem Bild durch Regen, durch den wir aber auch sehr nass geworden sind. Am Dienstag dann etwas früher, da war eindeutig zu viel los.

Schule plätschert nur noch so, Videotoelefonie mit Freundinnen nimmt zu.
Außerdem wurde gebacken: Marmorkuchen am Sonntag, Bienenstichfake am Dienstag.

Gegessen haben wir eher Junk, Pizza, Backofenkäse, ok, Spargelrisotto reißt es visschen raus (mit selbstgemachtem Bärlauchpesto, yeah) heute Käseschnitzel mit Alibimöhrensalat.
Dass die Gemüsekiste weiter geliefert wird ist eine sehr schöne Sache. Diesmal mit Wildsalat, den wir eigentlich garnicht so mögen, aber wie toll sauer der Sauerampfer schon ist!
Neues Projekt Maske nähen. Die Eltern möchten welche, ein Arbeitskollege hat sich schon gemeldet, das Rispband ist doch viel besser als ich dachte.
Heute war schön, dass ich mit der Freundin kurz sprechen konnte auf Abstand, im Moment betreut sie ihren Hund selbst, Zeit hat sie durch Kurzarbeit.
Die Nachbarin rief an und fragte wie‘s uns geht, Elterntelefonat, währenddessen ich einen überraschend süßen Kaffee trank. Ah, kurz unbeaufsichtigt in der Küche stehen lassen zum falschen Datum.
Ein Familienmitglied hatte heute sehr viel Spaß und sich wohl akribisch vorbereitet. Ein Highlight, das darf ich so sagen - und das kann man ruhig auf Wiedervorlage 31.3.2021 legen - war eine ungekochte Nudel (Fussili) versteckt uwischen Weißkeramik und Auflage Sitz platziert. Das kracht wirklich überzeugend. Für mich war der neu, ich glaube an den Überraschungseffekt. Ansonsten wurde viel mit Salz gearbeitet.
Ich schweife ab. Es wird wieder mehr festnetztelefoniert im Hause Joriste, jedenfalls von mir. Sogar noch die angeheiratete Cousine angerufen, das steht praktisch seit Jahren auf meinem Zettel!
Statt Lüftung heute mal zu dritt in meinem Zimmer gesessen, Hörspiel gehört, dabei gebastelt, gemalt, genäht bei offenem Fenster. Das war schön.

Zum Twitterkneipenevent die Fingernägel lackiert. Ich vermerke das, weil ich es doch immer wieder erstaunlich finde, wie anders ich mich damit fühle (und viel zu selten mache). Hände allerdings immernoch extreem rauh. Passender Tweet hierzu:



29.3.20

Neben ‚Alltag in diesen Zeiten’ eine kurze Geschichte über ein Zeugnis

Um meine Bewerbungsabläufe etwas zu optimieren (es gibt jetzt Adobe pro im Haus) eine kleine Neuer-Scanner-Fortbildung gemacht, und kaum sitzt man mal nicht allein am Scanner, sehen vier Augen mehr als zwei, nämlich dass der Geburtsort auf meinem Magisterprüfungszeugnis nicht stimmt.
Das ist insofern bemerkenswert, als dass das Ursprungzeugnis auf 2004 datiert, und ich erst ein paar Jahre später in einer Bewerbungsphase bemerkte, dass das Geburtsdatum nicht stimmt (ich habe das Zeugnis vorher nicht Gebrauch). Allerlei Bemühungen unternommen, lange gewartet, patzigen Antworten am Telefon erhalten, dann endlich das geänderte Formular in Händen gehalten. Aber ach! Der Vermerk in der Kopfzeile störte die Idylle etwas: „Zweitschrift wegen Verlust des Originals“. Allein, ich hatte das Original ja nicht verloren, die Uni hatte ein falsches Geburtsdatum eingetragen! Ich erlebte den Vermerk als Unverschämtheit. 
Wieder telefoniert, geschrieben, sogar eingeschrieben, also Einschreiben geschrieben (Entschuldigung). Nach Monaten dann endlich, endlich. Das Formular datiert auf September 2018.
Gestern stand da auf einmal „Geburtstort Bonn.“
Ich könnte heulen. Im Ernst, in ein ziemlich tiefes Loch gefallen. Am Freitag dann die Bewerbung trotzdem abgeschickt.
(Es ist natürlich auf mehreren Ebenen unglaublich. Neben dem Ärgernis des Mehraufwandes muss ich mich selbst natürlich fragen, wie es wirklich um meine Korrekturfähigkeiten bestellt ist, an was für eine unmögliche Sachbearbeiterin ich da geraten bin, ob sie das absichtlich gemacht hat, wie es jetzt weitergehen soll und wie ich mit der Peinlichkeit weiterleben soll, dass mir das in drei Teufels Namen nicht längst aufgefallen ist.)

Die Tage sind mal gut mal schlecht. Wir bemühen uns.
Freitag war durchwachsen, zu lange geschlafen, aber wenigstens kurz im Garten und abends auf der menschenleeren Straße Fotos gemacht. Den Kindern gefällt das sehr.

Samstag Vormittag ein Panikmoment mit schnellem Puls, starkem Reizhusten und über allem die Frage was passiert, wenn ich ausfalle. Ich konnte mich beruhigen und ablenken. Im Garten der Giersch, das leidige Thema. Hochbett besät, Vogeltränke geputzt, neue Futtersäulen aufgehängt, die tatsächlich innerhalb einer Stunde von den Meisen benutzt wurden, wie schön.
Maskennähtutorials geschaut, TochterJ hat einen Auftrag von den Großeltern.
Marmorkuchen gebacken.
Abends alles Gesäte abgedeckt, das Wandelröschen zurück in die Garage bugsiert in Frosterwartung.
Schnell noch Nachbars Magnolie in abendlicher Frühlingssonne dokumentiert.







28.3.20

Dienstag/Mittwochsgedanken, 24./25.3.2020 plus Donnerstagscliffhanger

Keine Symptome googeln, ebenso keine Unterhaltungen unter Medizinern! (Hab‘s doch gemacht)
Keine dystopischen Berichte lesen! (Hab‘s doch gemacht.)
Ich habe keine beruflichen Herausforderungen zu managen, die mich beschäftigen, daher beschäftige ich mich mit Haushalt und Kindern. Eine Bewerbung steht noch aus.
Weniger Machen, mehr Sein. Mein Achtsamkeitsding haut voll rein.
Was ist denn noch sinnvoll, was kann den Kindern helfen zurechtzukommen.
Anruf meiner Mutter: gestern ist ihr aufgegangen, dass ihr Besuch bei uns blauäugig war. Ja. Trotzdem war es schön (und gut), dass sie (nochmal?) hier waren. Es kommt also langsam an. Auch bei mir. Was werden wir dieses Jahr alles machen können / nicht machen? Wie wird sich das auswirken auf uns, die Gesellschaft, unsere Bewegungsfreiheit.
Noch kein Apfelbäumchen gepflanzt, nichtmal gesät. Jeder Tag ist ein neuer, vielleicht schaffen wir es heute.
Diese Unwirklichkeit, dass die Natur völlig unbeeindruckt weitermacht.

*Natürlich ist homeschooling nicht der richtige Begriff. Die Themen sind vorgegeben und mehr oder weniger gut vorbereitet. Ich schrieb es bereits, wir müssen uns zu Hause auf die Ebene der jeweiligen Lehrperson begeben und ihr auf dieser dann antworten. Zusätzlicher massiver Streitpunkt bei uns: mein Anspruch, den Kindern zusätzlich den Umgang / shortcuts / workarounds uä Computerskills beibringen. (Wird mehr oder weniger widerwillig aufgenommen).

Es ist langsam ein Muster erkennbar: morgens kann ich Situationen retten, am Abend übernehmen das eher die Kinder.

Donnerstag

Beim Einkaufen keine erweiterte Freundlichkeit festgestellt, eher im Gegenteil, die Menschen scheuen Blickkontakt, gehen sich aus dem Weg. Die Person in der Nähe wird als bedrohlich wahrgenommen. Da die Öffnungszeiten im Drogeriemarkt eingeschränkt wurden entwickelte sich eine Schlange vor Geschäftsöffnung, das ältere Paar drehte den Fangen spielenden Kindern demonstrativ den Rücken zu. Im Markt dann das große Hauen und Stechen um Klopapier.

Twitter ist trotz allem ein Lichtblick. Nicht nur Twitterkneipe mit schicker Kleidung (nein, nicht ich) und dann die offenen Ohren und Verständnis zu Wort- und sonstigen Anspielungen. Danke dafür <3 p="">
Freundinnentelefonat. 
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<3 p="">Und ich hab den Quintenzirkel verstanden. An den Bemerkungen zu meiner Freude auf Twitter allerdings nochmal das Kleinbürgerkindsein gemerkt. (Die Geschichte, wie ich an kein Klavier kam ist schnell erzählt: ich hatte mein Kommuniongeld für ein Klavier gesammelt. Der Ansprechpartner in der zuständigen Musikschule riet meinen Eltern, als günstigen Anfang die Melodika zu wählen, Tasten und so. Sollte das klappen,  nächster Schritt Akkordeon. Das haben wir uns dann geliehen. Sollte ich üben, könnte man die teure Investition wagen. Unnötig zu sagen, dass ich nicht übte, das Akkordeon hasse ich bis heute. Außerdem unnötig zu erwähnen, dass der Lehrer selbst Akkordeon unterrichtete.) Spaß beiseite. Dass sich Leute über den Quintenzirkel Tonleitern, Kreuzanzahl und anderes merken, Chapeau, ich bleib wohl doch auf Blockflötenniveau.
<3 p="">Familienspaziergang mit Bärlauchpflückung.
<3 p="">Dann heute Abend unsere Pulpovorräte aufgebraucht für Spaghetti mit Tomatensoße.
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<3 p="">Danach dann die (nachhaltige) Ernüchterung, jedoch, cliffhanger, das heb ich mir für morgen auf.
<3 p="">Gute Nacht.
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23.3.20

Wochenende 21./22.03. und der Rest des Montags

Freitag gehört auch dazu, weil der Mann schon frei hatte, naja, körperlich anwesend war und übers Telefon Brände löschte, es wurde wohl wieder mit Förmchen geworfen. Anstrengendes Schulpensum, erste Gruppentreffen der Kinder mit anderen, ein Video wird erstellt, das toll geworden ist. Abends gehe ich einkaufen, keine Milch, wenig Milchprodukte vorrätig, kein Mehl, ich vergesse leider einiges, aber wir sind gut versorgt. Die Kinder glotzen das reduzierte Dein-Song-Finale.

Samstag. Ich wache früh auf und beschließe, in eine kleine Gärtnerei zu fahren, um nach Anpflanzerde zu schauen. Dort verkaufen sie die letzten Blumen, das wird wohl ab Montag nicht mehr möglich sein. So kaufe ich zum ersten Mal eine rote Rose pro Jahr, zwei bekomme ich dazugeschenkt. Die passen ja gut, töchtermäßig. Auf dem Nachhauseweg sehe ich endlich mal eine ordentliche Schlange vor einer Bäckerei, mein britisches Schlangestehherz lacht, dass ich das noch erleben darf. Die Kinder schlafen noch, als ich um kurz vor zehn wieder ankomme. Frühstück. Der Mann ist zwar unterwegs, aber seine - ja was eigentlich? - guten Vibes hatten abgefärbt. Gute Stimmung, wenig für die Schule vorgenommen, die Kinder spielen viel draußen, ich putze bisschen.
Am Nachmittag ein schöner Spaziergang mit tollen Bildern und viel frischer Fühlingsluft.



Bächlein im Vordergrund, etwas Weißes im Hintergrund
Trockendock


Abends kurze skype-Verabredung mit meiner Schwester, die spontan ein Glückwunschbanner malt für einen runden Geburtstag in der Verwandtschaft. Das große Fest fällt aus, aber wir stoßen um Mitternacht virtuell an. 
Eigentich lohnt sich der Eintrag ja nicht, aber der 21. März ist mein Lieblingsdatum. Früher war das sogar mal Frühlingsanfang!
Am Sonntag wecken uns die Kinder mit pancakes. Hochzeitstag. Herrje. Spielt ja nicht so eine Rolle, wir waren vorher schon 11 Jahre zusammen und wollten es als formalen Akt vor Auslandsaufenthalt sehen. Außerdem ist die Familie des Mannes nicht so für's Feiern. Fotos angeschaut, und eine Rumfortrüebli gebacken. Wie gut, dass Frau Novemberregen nachgefragte, so kam mir überhaupt die Idee! Es gab noch einige Eiweiße im Kühlschrank, also habe ich bei den Eiern etwas getrickst. Die Herzform wollte auch nicht gelingen, wir haben da so ein Patent, daher war das Ergebnis etwas unförmig. hat aber gut geschmeckt. Neuigkeiten mit Ultraschallbild aus der weiteren Verwandtschaft.


Im Sinne von support your local Restaurant gegen Abend Essen bestellt und abgeholt, Spargelrisotto für uns, Schnitzel für die Mädels.

Abends dann nachgerade Corona-Ritualstress:
18:00 Balkonsingen auf Betreiben der Nachbarn, die ankündigten, zuzuhören (J am Klavier, ich an der Flöte, sorry Frau Fragmente!) Aber die Nachbarn haben geklatscht.
19:00 Konzert Igor Levit (wenn es noch geht und hier jemand mitliest, die seinen Schumann von Samstag wider Erwarten noch nicht gehört hat: un-be-dingt nachholen!)
19:30 läuten hier jetzt die Kirchenglocken ökumenisch, ein Vaterunser und an-alle-denken mit Kerzenlicht. Dann soll noch der Mond ist aufgegangen gesungen werden, eine whatsapp bittet um 21 Uhr um italienisch-deutsches-Glockengeläut, das bei uns aber nicht zu hören ist. Wir werden uns auf die drei Termine beschränken, möglicherweise malen wir heute einen Regenbogen an ein Fenster.
Frau Frische Brise hat noch einen Link zur Unterstützung der lokalen Kinos. Bisschen Werbung schauen ist bei uns für die gute Sache auf jeden Fall drin. Danke für alle fleißigen Linksammlerinnen.
edit: WDR mit dem Projekt  #herzleuchten 
Abends nach dem Spielestreit ein Spaziergang durchs Viertel mit TochterR. Mitten auf der Zubringestraße weniger los als an Weihnachten.

stadteinwärts,
zu erahnen ist ein gewisses Wohnzimmer in gelb
stadtauswärts
Am Montag dann den Mann um 5 Uhr für wahrscheinlich zehn Tage verabschiedet, kurz bisschen online gewesen und dabei einen sehr hilfreichen Text über homeschooling gefunden. Gleich mal gemerkt, leider hinter einer Bezahlschranke. Die Quintessenz für mich: Schule ist nicht 1:1 von Schule nach zu Hause übertragbar. Es muss anders gelernt werden. Bisschen locker lassen bei den Inhalten. Es ziehen eh nicht alle gleich mit. Drei Einheiten a 1 Stunde sind ok, mehr ist besser, weniger auch. Nach dem Enthusiasmus kommt der Frust.
Also, das steht da so sicher nicht, aber für mich kann das eine gute Richtschnur sein. Es geht um meine innere entspannendere Haltung zur Sache. Es ist schon so schwer genug. Funfact: wir haben heute um 19:30 das Vater unser auf Englisch nachgesehen. Nennt mich Queen of homeschooling.
Außerdem sind zwei Jobabsagen zu vermelden.

Neues Coronafeature: jeden Tag eine kleine Meldung an jemanden. Heute: mich bei einer Bekannten bedankt, die mir von ihrem Honig geschenkt hatte. Die Bienen musste sie mittlerweile abgeben. Ich trinke Ingwer-Zitrone-Honig bei aufziehendem kratzenden Hals (zuhülf).

Passt auf Euch auf.

20.3.20

Corona #5 Mittwoch und Donnerstag

Während die Maus am Donnerstag läuft tippe ich noch den gestrigen Beitrag.
Die Lernplattform der Schule ist total überfordert, nix läuft. Dasselbe gilt für uns: wir sind überfordert, nichts läuft. Mir reichen zwei Kinder, Zwillingsphänomen greift auf ne Art. Wir überlegen, als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk eine Spielkonsole anzuschaffen und recherchieren herum: was soll gespielt werden, mit wem. Ich gäbe was für eine Einkaufsberatung, die mir sagt, was wann wo zu kaufen ist. Bei Twitter frage ich nicht nach, mir ist die Privilegiertheit dieser Tage sehr bewusst.
Wir sind genervt von dem Hin und Her der Schule. Die Lernplattform funktioniert nicht, wir versuchen, alles aufzuschreiben und dann separat zu lernen, offline Dinge vorzubereiten, aber das gelingt nur zum Teil. Manche Lehrerinnen weichen auf andere Plattformen aus, aber auch diese sind dicht. Es liegt sehr am Engagement und Technikaffinität der Einzelnen, wie sie die Arbeitsaufträge ausgestalten. Wir haben uns zu Hause darauf einzustellen und auf der jeweiligen Ebene zu reagieren. Den Kindern fällt es schwer, ihre Eigenständigkeit aufzugeben, ich quatsche viel rein bei der Handhabung am Computer. Die Nerven liegen schon ziemlich blank. Wenigstens ist das Wetter gut, es kann im Garten gekickt werden. Ich rufe die Nachbarn an, die sind sehr reserviert und aber auch gut versorgt: die Tochter ist ins Homeoffice von Köln zu ihren Eltern umgezogen.
Mein Zyklus wurde nach 23 Tagen beendet, 80 wäre mir lieber gewesen lieber Körper. Außerdem habe ich seit einer Woche eine offene Wunde am rechten Daumen, die mich einschränkt in der Hausarbeit und eine weitere prima Eintrittsstelle für Viren wäre. Denke ich in schlechten Momenten. In denen überlege ich auch, was passieren würde, wenn ich jetzt schwer krank würde.
Abends kommt der Mann nach Hause, spielt mit den Kindern, wir gehen zum Kurzsport, der ist ja mehr Physiotherapie und essen Reis mit Scheiß, also Gemüse des Kühlschranks (Zwiebeln, Möhren, Zucchini, Paprika, dazu Dosenmais) als Soße wünscht sich J sowas wie warmes Ketchup, also helle Mehlschwitze mit Tomatenmark und Sahne.
Wir glotzen zusammen logo, dann Tagesschau und anschließend die Ansprache von Angela Merkel. Wir wollen gerne einen besseren Plan machen für die nächsten Tage, ich überlege mit dem Mann, wie das aussehen könnte. Während wir am Tisch sitzen beobachtet der Mann, wie eine Maus im Garten an dem kleinen Stab hoch zu den Meisenknödeln klettert. Foto ist leider nichts geworden.
Spät ins Bett.
Donnerstag ist genauso zerfahren, unsere Lernbemühungen werden durch die schlechte ‚Performanz‘ der Lernplattform ausgebremst. Mittags Maultaschen mit Salat, nachmittags Bio, Deutsch, Mathe, das Wetter wird schlechter, die Laune auch.
Meine Eltern rufen an. Sie sind erstaunt, dass die elektive OP meines Vaters nicht vorgezogen wird, sondern, im Gegenteil, wahrscheinlich abgesagt. Total verständlich, klar, aber wenn’s dann akut wird, wird er als Notfall eingewiesen werden müssen. Oh the irony.

Ich tue mir sehr schwer mit schreiben. Meine Kinder sind gesund, ich bin gesund, unser Haus ist groß, wir sind privilegiert, wir haben nur kleine Sorgen. Dem Paketboten habe ich einen Einkaufsgutschein ausgedruckt, (vom großen Fluss, oh the irony, mal sehen ob er ihn nimmt), aber auch das fühlt sich hilflos an. (Er hatte letztes Jahr einen Herzinfarkt, ist mehrere Monate ausgefallen, wir haben es immer nett miteinander, gestern hat er sich mit ‚bleib gesund‘ von unten verabschiedet, ich hatte einen sehr dicken Kloß im Hals).
Abends gntm, sollen sie, ist mir egal, wer weiß wie lange noch.
Der Mann kommt nach Hause, möchte zum Friseur, überlegt, trotz allem seinen Vater zu besuchen, wer weiß, wie lange noch. Er erlebt einerseits die Ruhe vor dem Sturm, aber auch die ist geprägt von Vorbereitungen, menschlichen Zerwürfnissen, es werden wohl Förmchen geworfen.
Als Rausschmeißer ein Gedicht meiner Kindheit, aus meiner damaligen Standardlektüre, dem orangenen „Geh und spiel mit dem Riesen“ von Beltz&Gelberg. Es ist möglicherweise ein Klassiker, aber das hab ich in der südwestdeutschen Provinz natürlich nicht so mitbekommen. Mir hat es aber doch irgendwie die Welt eröffnet. TochterR hat es heute in der Schule durchgenommen, es passt ja auch ganz gut zur Gesamtsituation:


Halbey, Hans Adolf: Trotzdem.
Aus: Gelberg, Hans-Joachim (Hrsg): Geh und spiel mit dem Reisen“ Erstes Jahrbuch der Kinderliteratur. Beltz&Gelberg, Weinheim und Basel 1971. S. 20.


18.3.20

Corona #4

Puh, voller Tag, und doch.
Meine Mutter geht Brötchen holen, nach dem Frühstück verabschieden wir uns. Mit einem sehr komischen Gefühl in der Magengegend und großer Herzlichkeit. Gespräch über Informationsquellen u.ä. verläuft vorher allerdings nicht ganz unproblematisch.
Wir bleiben mit einem Kloß im Hals zurück.
Jetzt wird das alles erst so richtig klar.
Anweisungen aus der Schule. Große Pläne, durchkreuzt von technischen Schwierigkeiten und schönem Wetter. Dann kommen die ersten Päckchen Schulaufgaben. Es wird wohl doch nötig sein, Pläne zu erstellen. Präsent Perfect erarbeiten, dazu natürlich past participle, Gedichtinterpretation, Intervalle, Quintenzirkel. (Die Musiklehrerin schickt sehr viele bunte auszudruckende Seiten. TochterJ hat im 2. Halbjahr (Zeugnisse am 31.1.) noch keine einzige Stunde Musik gehabt. A propos Josef Guggenmos*, die letzten Zeile eines seiner Gedichte endet auf ‚Der Wind ist los‘ ich habe es in der Grundschulzeit sehr geliebt, es reimt sich auch so schön auf Josef Guggenmos  ob der das bedacht hat. (Auf Twitter folge ich inkognito einem Grundschulklassenkameraden, da kann ich das leider nicht schreiben).
Ungeahnte technische Neuerungen: Punkt 16:00 klingelt das Telefon, es ist die Klavierlehrerin, altersmäßig auf dem Weg in die Risikogruppe. Sie findet, die Kinder brauchen die Struktur und die Möglichkeit des Zeitvertreibs und der Ausdrucksmöglichkeit durch Musizieren, ich kann das nur unterstützen, den Kindern gefällt‘s.
Danach noch Lerntagebuch ausfüllen, Hausaufgaben machen (will future), Kartoffeln kochen für Kartoffeln mit Quark und Salat. Tochter J hat allerdings begriffen, dass alles besser ist mit Käse überbacken und fordert etwas raclettemäßiges, keine Problem, ich bin natürlich selbst auch total überbackaffin.
Die Kinder verabschieden sich zu meinsong auf kika, danach logo, ich schaue nicht mit weil die twitterkneipe um 20:00 Uhr öffnet. (Und wie toll war das bitte 😍 Danke und extrem gerne wieder)
Während sie vor! der! Glotze! essen und noch eine Runde magisches Kochbuch bingen (so war das nicht gemeint!) amüsiere ich mich, dann rituelles Streiten wegen Papatelefonat, vergebliche Schlichtversuche und ein zu spätes Zubettgehen.
Ich muss jetzt auch, denn wenn die Kinder den ganzen Tag hier präsent sind muss ich auch inakzeptabler Verfassung sein.
Als Rausschmeißer lasse noch einen wunderschönen Alles-wird-gut-Sonnenuntergang vom Dachfenster aus da.


* wie, der ist erst 2003 gestorben?!
** gegoogelt: das endet garnicht auf ‚der Wind ist los‘.  (Skandiert: von Josef Guggenmos) Betrug! (Ja, ich bin einfach zu erheitern)

P.S. Die Gemüsekiste wurde tatsächlich geliefert. Juhu , soll so weitergehen.

16.3.20

Corona #3 Montag, 16.3.2020

Wecker um 4:30, aber der Mann entscheidet sich fürs länger schlafen und geht erst um kurz nach 6 aus dem Haus. Ich bin wach und aufgeregt. Zu viel Info, zu lange online. Ein Artikel schlägt vor, was noch zu bevorraten wäre, daraufhin eskaliere ich etwas und kaufe Vitaminhamster. Getrocknete Cranberries und Ananas in der Tüte, ich will auch frische Pomelo (aus China natürlich), die sind aber noch nicht wieder eingeräumt. Granatapfel, Brokkoli sind da, dafür vergesse ich Kaffeefiltertüten. Brötchen fürs gemeinsame Frühstück. Die Kinder haben heute noch schulfrei, es ist wäre Pädagogischer Tag gewesen. Sie haben eine Idee und säubern und entstauben das gesamte Playmo, derweil putze ich den Boden des Mittelzimmers. Nachrichten trudeln, Absagen, Zusagen, Orgafragen. Am Nachmittag dann die Neuigkeiten, dadurch überdenken wir unsere Situation. Reicht es, wenn meine Eltern wie geplant morgen fahren? Telefonat mit meiner Schwester, die meinen Eltern ihrerseits ins Gewissen redet, nach der Rückkehr Abstand zu halten. Wir entscheiden, dass es ausreicht, wenn sie morgen fahren.
Nachmittags treffen sich die Kinder mit ihrer Freundin und spielen sehr schön im Garten. Wir peilen die Lage, putzen und genießen die Frühlingsluft bei offenen (aber noch ungenutzten) Fenstern.
Abends regt der Enkel/mein Neffe/ Cousin eine Skypesitzung an, alle sind begeistert. Also auch bisschen was positives.
Beim Abendessen schnappt sich TochterR das Oertliche, das mein Vater mir druckfrisch mitgebracht und blättert zum ersten Mal in so einem Ding, Kulturschock quasi. Verrückt, was es alles gibt. Das war süß.

Corona #2

noch macht die Autokorrektur Corina draus. Sie wird es lernen müssen. Unwirklicher Sonntag. Lange geschlafen, spätes Frühstück, die Kinder kochen uns Pfannkuchenpäckchen, die Großeltern sind beeindruckt (wir auch). Fußball im Garten, meine Eltern drehen eine Runde, ich gehe den ganzen Tag nicht aus dem Haus, schwanke zwischen absoluter Besorgnis und Freude über die unübersehbaren Frühlingsboten.

Abends schauen die Töchter zum ersten mal Tagesschau, wir setzen uns danach um den Tisch und beten einen Psalm, es ist das Anliegen meiner Mutter (ich weiß es doch auch nicht). Sie bleiben jetzt noch bis Dienstag, wir denken, es wird doch jeder noch nach Hause fahren dürfen.
Sind wir gut vorbereitet? Ich weiß es nicht.
Abends hat der Mann noch das Video des gemeinsamen Lanzaroteurlaubs zusammengestellt, das schauen wir gemeinsam und schwelgen ein bisschen. Wie hatten wir es schön.
Morgen fährt der Mann ins Nachbarbundesland. Es bleiben Fragen.

15.3.20

Hier leider auch Monothematik

Was soll ich sagen. Alles schon geschrieben, nur noch nicht von mir?
Alles kommt mir sehr seltsam vor, über Frau Fragmente habe ich die perfekte Formulierung von @t_zimmerhistory dafür gefunden.
Dieses Missverhältnis im Erleben: alles ganz normal, Sonne scheint, Frühling erwacht, und doch, Menschenmengen beim Edeka wie vor Weihnachten, kaufe ich doch nicht nur Brötchen sondern! gleich! alles! Brot! auf Vorrat das es noch gibt? Die leicht aufkommende Panik, dass meine Eltern doch die ganze Feier über auf der Hochzeit meines Cousins waren.
Wenn man nur wüsste, ob die Dinge, die man heute tut, sich in vierzehn Tagen als absolut lächerlich oder absolut unzureichend herausstellen. Wenn ich nur in die Zukunft schauen könnte. Natürlich erleben wir hier krasse Geschichte, wollen hinschauen, aber doch bitte nicht so! Mir ist das zu viel. Ich kann tatsächlich nicht einschätzen, ob diese WhatsApp, die auch ich bekommen habe mit der Ibuprofen-Sache richtig ist oder nicht. Ich kann mir als ehemalige Intensivschwester aber sehr gut vorstellen, wie sowas entsteht. Macht mich das anfällig, zynisch, oder zu kritisch? Ich.habe.keine.Ahnung.
Und dann diese klammheimliche Freude, dass sich Trump mit einem gewissen inzwischen positiv getesteten brasilianischen Präsidenten getroffen hat.
Und ja, ich muss keine Bauchschmerzen wegen schulfrei haben. Ich habe keine Arbeitsverpflichtung, dafür einen Mann, der sehr weit weg in einem anderen Bundesland gesundheitssystemrelevante Aufgaben hat. Ich verdränge das. Ist es naiv, es gut zu finden, dass bislang so wenig sterben? Ist die Kurve schon abgeflacht? Verdammt.
Heute Vormittag gab es einen Riesenkrach, ich werte ihn lieber nicht als Vorgeschmack auf fünf Wochen Zusammensein.
Um 23 Uhr hüpft Kind J Seilchen auf dem Balkon, auch da Zerrissenheit zwischen süß finden und Beklemmung.
Parallel dazu eine Freundin, deren Kind heute tagsüber 39,8 Fieber hatte. Normal oder was? Lange Besprechungen.
Und dann so viel Liebe für das Internet. Igor Levit macht Hauskonzerte, unglaublich toll. Virtuelle Parties und Verabredungen, Filmchen von italienischen Balkonsingbattles, Nachbarschaftshilfe, Zusammenhalt. Wie wunderbar ist das bitte.
Ich wünsche allen das Allerbeste.
Als kleine Aufheiterung zum Schluss Lieblingsblumen, Faszination Magnolie.


#wmDedgT September 2026

Frau Brüllen fragt das Internet ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag?' und wir beantworten das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag #...