6.10.19

Apfelfalle


also heute, ne. Um zehn nach acht aufgewacht, aus dem Bett geschält, ein Kind schläft noch, eins daddelt schon, macht sich aber bald auf, Brötchen zu kaufen, die Tolle. Gemeinsames Frühstück, darüber die Maus verpasst, zum Gottesdienst fertig gemacht, aber doch zu spät um es in die weiter entfernte Lieblingsgemeinde zu schaffen, also Planänderung, pünktlich losgegangen, stehen wir vor verschlossenen Kirchentüren weil heute nur der Gottesdienst zur Firmung um 15:00 stattfindet. Angebrochenen Vormittag genutzt zum Äpfelpflücken, das wollten wir mal wieder, also ans andere Ende der Stadt gefahren mit zwei Bananenkartons und zwei Textiltaschen. Erst fragen sie noch, ob wir wirklich ein Schubkarre brauchen, fügen sich aber schnell. Bisschen rumgepflückt, viele hänge zu hoch, eine anschauliche Situation für die zu sauren Trauben, die in der Fabel just letzte Woche in der Deutscharbeit abgefragt wurde, Freizeiterfahrung mit Bildungswert, die Kinder hassen das selbstverständlich, ich komme mir als Städterin ziemlich amputiert vor, an einige Äpfel mangels adäquatem Gerät nicht dranzukommen, trotzdem: zack, alles voll, über 60 Kilo, 130 Euro, soviel hab ich garnicht bar! und soviel wollte ich auch garnicht, wohin damit anyway? frage ich mich und andere bedröppelt, kommt ein Radler und bietet uns an, uns etwas abzunehmen. Die dm Tasche kauft er auch gleich noch. Die junge Frau hinter mir beichtet, ihr sei es im Vorjahr ähnlich gegangen, die Verkäuferin hat strickte Anweisung, alle fremdgepflückten an die jeweilige Person zu verkaufen, ich verstehe das total, aber bei mir könnte sie doch eine Ausnahme machen, oder? Macht sie nicht, ich muss in den nächsten Stadtteil zum Geldomaten fahren, erwäge kurz eine anonyme Apfelflucht, habe aber ja die Kinder dabei, ein Drama. Konsterniert kehre ich mit mehr als einem halben! Zentner! (man muss sich das mal vorstellen!) Äpfel zurück in die Eigenheimsiedlung. Unsere vorstädtische Infrastruktur ist ja für sowas überhaupt nicht mehr gemacht. Ich lasse die Äpfel im Auto und plane vorsichtig die nächste Woche. Wir fahren ja zu allem Elend in den Herbstferien eine Woche weg! Die Tiefkühle ist immer noch maximal voll, zu voll jedenfalls und zu unabgetaut für eine Apfelmusflut. Kind J macht fleißig Speisepläne, die Apfelrezepte enthalten, R isst einen Apfel auf der Fahrt, davon wird ihr vorsorglich schlecht. Zu Hause ignoriere ich die challenge und mache weiter die Wäsche, während die Kinder was glotzen bügle ich. Obwohl heute zwei Maschinen Wäsche gelaufen sind bleiben wohl noch drei oder vier. Ist aber machbar vor Mittwoch. Mathe geübt, drumsticks in den Backofen, Karottensalat (selbstverständlich mit Apfel) und grünen Salat dazu, aber leider mal wieder viel zu spät. Instrumente wurden nicht geübt, das arme Tier am Abend, der prasselnde Regen ist gut gegen Tinnitus, jetzt noch kurz eine Partie Wäsche, Achtsamkeit und Apfel und dann aber ab in die Woche, vorher noch Termine verschieben (hier Wortspiel mit äpfeln einfügen).

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