5.2.24

#wmDedgT Februar 2024

 Frau Brüllen fragt das Internet  was machst Du eigentlich den ganzen Tag?‘ und wir beantworten  das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag #wmDedgT

Montag. Sehr spät ins Bett, der Mann steht um halb vier auf, verabschiedet sich, ich kann nochmal einschlafen. Wir kommen aber trotzdem zehn Minuten zu spät aus dem Haus, halb acht, aber es ist schon fast hell, juhuu!

Auf dem Weg zur Arbeit lasse ich die Tochter raus, und da ich immer ein bisschen Puffer habe, kaufe ich noch Bananen, Milch und ein Brot auf dem Weg.

Parkplatz ist manchmal schwierig, heute nicht. Ich bin ein paar Minuten zu früh in der Schule und während ich mir einen Kaffee mache (Tee ist aus, schade) halte ich ein Schwätzchen mit der Schwimmbadbegleitung.

Dann der normale Schultag, alle Kinder wieder da, allerdings stark angeschlagen. Es schnieft und schlimmeres.

Zum Mittagessen wechsle ich montags die Klasse, heute zu den Eulen, danach noch eine Runde Tischkicker zum Feierabend um halb zwei. Die Sonne scheint, ich hatte vor, die anderthalb Stunden mit der Jagd nach einem Kostüm zu verbringen, skippe diese Pläne aber und halte ein Nickerchen im Auto, leider nicht in der Sonne. Das war unklug. Dann kurze Recherche und Telefonat wegen Urlaub.

Um 15:00 hole ich die Tochter auf dem Rückweg ab, wir fahren zur Wohnung, auf dem Weg holen wir Sendungen ab. Die Wohnung muss heute endlich entweihnachtet werden, und das klappt auch. Leuchtstern weg, Amaryllis raus, Aventskalenderbeigaben weggeräumt, diese Klarheit auf Tisch und Fensterbank, wunderbar. Es hängen noch die kleinen Herrnhuter, und es wartet schon seit längerem das Abwickeln des Adventskanzes, der noch draußen auf dem Freisitz liegt, das schaffe ich noch bis Donnerstag (da kommen die Sachen dann wieder mit zurück ins Haus). 

Schon wieder ein Nickerchen! Bin doch noch ganz schön kaputt, aber der Husten ist wesentlich besser geworden.

Mit der Tochter esse ich noch Reste vom Wochenende, mein Vater feierte seinen 80. es gibt noch was vom Essen und der Kuchentafel, lange hält sich das aber nichtmehr. Kurzes Telefonat mit Papa, er ist noch beglückt und packt schöne Geschenke aus.

Eigentlich möchte ich noch Administratives erledigen, Stundennachweise, Überweisungen, Übernahmeantäge, aber das schaffe ich nicht mehr denn ich telefoniere noch zwei Mal in Sachen Reise, das bleibt spannend.

Zwischendurch meldet sich Vermieterin und die andere Tochter, das ist schön. Immer wieder die Frage, wie es weitergehen soll, na ja, vielleicht tragen diese Gespräche zur Entscheidungsfindung bei.

Ich räume noch das Zeug der Reise vom Wochenende weg, probiere eine Stickjacke an, die ist aber zu groß. 

Zu WWM möchte ich eine Bügelsession einlegen, aber das kommt nicht wegen Dschungeldings.

Das verhagelt mir ein weiteres Mal meine Planung, mir ist kalt, Paypal funktioniert nicht, und ich bekomme wieder Hunger. Es muss was Warmes aus einer Pfanne her, also Zwiebel Lauch Möhre zu einer asiatisch angehauchten Nudeltüte angeschmurgelt.

Vom Fest steht ein Teil der schönen Tischdeko nun bei mir, das freut mich. 

Vielleicht gehe ich gleich ins Bett, möglicherweise wird es aber wieder später.

Einkaufen war ich nicht, in Sachen Kostüm bin ich nicht weiter, aber meinen neuen Vertrag unterschreibe ich noch schnell (ist nur eine halbe Stunde mehr Wochenarbeitszeit).

Liest sich ganz schön mager, na ja, für mehr Realität im Internetz. 











2.1.24

Fotorückblick 2024

 Joël lädt zum Fotorückblick des Jahres ein. Zwei Fotos pro Monat.

Ich habe das zum Anlass genommen, mal ein bisschen zu sortieren, Alben zu erstellen, einiges zu löschen, Danke Joël für Antrieb und Inspiration. Sowieso viel zu wenig los hier.

Januar

In den Bergen. Wie immer spektakulär.


Wintersonne


Februar

Keine Teilnahme an FaschingFastnachtKarneval, eher hineingeraten



Frühlingsahnung an der Dreisam


März

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Vorbereitungsseminar fürs Auslandsjahr der Tochter, hier Frühstück in der Jugendherberge


Das örtliche Storchenpaar macht mir große Freude (das Bild entstand beim ersten Freigang nach neuerlicher Coronainfektion)


April

irgendwo hab ich kürzlich gelesen, dass die schwarzen Vögel sich möglicherweise für uns immer irgendwo fotogen hinsetzen.

Was soll ich sagen. Sonntagsspaziergang auf dem Alten Friedhof.


Lebensweisheit in Staufen


Mai

Absolutes Jahreshighlight: Waldohreulennachwuchs im Innenhof. Jeden Abend beim Ausflug der vier! Ästlinge ein Hach für alle Anwohnenden


A trip down memory lane: auf dem Spielplatz im Ort der (verstorbenen) Großeltern im Schutz der Dunkelheit nochmal rutschen wie früher 


Juni

Und dann: das Beste aus dem Umzug uns Ländle machen und auch mal Pfingstferien nutzen. 

Rhodos


Und auch im Innenhof: Fledermäuse 


Juli

Noch zwei Höhepunkte:

Danger Dan 

(gerade als ich ein bisschen Hoffnung schöpfe der Blow. Im Juli spaltet sich das Jahr, das Leben. Ich habe jetzt einen bzw mehrere Befunde. Natürlich bin ich eine von vielen, klar, aber hui.)


Mein erster Stieglitz


August

Krankenhaus, Rekonvaleszenz, OP, Maastricht, Abschied der Tochter, Weitermachen. Das Kleine genießen, Freundschaften wertschätzen.

Abendlicher Ausgangsversuch am tanzenden Baumstumpf. 



Schon wieder: Vögel sitzen fotogen. Diesmal am Vitra Design Museum)



September

Ich würde mich als Potterfan bezeichnen, wir sind (auch durch die Distanz zu Frau Rowling) allerdings  etwas rausgewachsen. 

Da hatte ich was nicht vollständig auf dem Schirm, als wir uns am 1. September gegen halb zwölf an KingsCross St Pancas verabredeten. Blissfully unaware nennen sie das drüben.


Schule hat begonnen


Oktober

Zinienliebe. Ausflug zur Bundesgartenschau Mannheim mit der Schwiegerfamilie anlässlich meines Geburtstags. War gut, lieber was zusammen zu machen als nur beieinander zu sitzen.



Ich wäre ja so gerne die Pfützenspringerin des Internets geworden, bin in letzter Zeit allerdings auch im rl nicht mehr so aktiv tätig (haha)
Wer sie noch nicht kennt, die Pfützenspringerinnen von Friedrich Seidenstücker zum Beispiel hier entlang


Alle Möwen-auf-Pfählen-im-Meer Bilder schon gemacht, nur noch nicht von mir.


Dezember

Eine Einladung zum Glühweintrinken an die Nachbarn zum Beisammensitzen. Rezept wie immer ‚gegen die Diktatur der Rotweinplörre‘ von nutriculinary Stevan Paul


Die Schule hat den Sternenschmuck schön



Nachtrag bzw bonus track:

Ein gutes, besseres 2024 für uns alle. 

Alles alles Gute 

(es ist, kaum zu glauben, mein erstes bearbeitetes Foto in diesem Internetz)



7.10.23

#wmDedgT Oktober 2023

Frau Brüllen fragt das Internet  was machst Du eigentlich den ganzen Tag?‘ und wir beantworten  das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag #wmDedgT

Oktober 2023, late to the party.

Das Ansinnen sind sechs Stunden Schlaf, also halb eins ins Bett, 6:20 klingelt der Wecker, wegen der Katzenfütterung. Die Nachbarinnen sind unterwegs wegen Preisverleihung (wir haben nette NachbarInnen, zwei davon besonders nett, eine davon jetzt Preisträgerin) und die Tabletten müssen in die ältere Katze, also erledige ich das um kurz vor halb sieben.

Mann schläft, Kind auch.

Vorarbeitsroutine, Fahrt zu Schule und Arbeit, Puffermitunten für Korrespondenz genutzt, das ist effektiv, heute Geburtstag der Schwägerin. 

Geparkt habe ich heute mit Blick auf ein Bildungshaus mit starken 1980er Vibes. Ich habe einige Zeit verbracht in solchen Häusern (Stichwörter unter anderen Aluminiummarmeladendöschen und Tischabfallschwingeimerchen, bunte Abende) Ich kann nur schwerbin Worte fassen, was das für Gedankenkaskaden in mir auslöst. Einerseits die Erinnerungen, andererseits die Tatsache, dass es das so unverändert hier noch gibt. Das deckt sich mit unseren sonstigen Wohnsituationserlebnissen, eine ganz andere Wohnkultur hier. Und wie ist das anderswo? Würde mit ein modernisiertes Bildungshaus ohneDruckspüler wirklich besser gefallen? Stop, das hier ist ja #wmDedgT , nicht #denk Dir was)




In der Schule zunächst Sport, es gibt einen sehr engagierten Sportlehrer, alle sind jetzt schon mal vorsorglich traurig und fragen sich, wie es wohl wird, wenn er zum Ende des Jahres in Ruhestand geht, und er macht es auch toll mit den Kindern, es wird ein Parcour aufgebaut und es ist schon wirklich toll zu sehen wie alle was finden, zum Abschluss wird Verstecken gespielt, die Lehrerinnen schwelgen in Nostalgie (…alles muss versteckelt sein, vor mir hinter mir, über mir gildet‘s nicht…)

Große Pause, Frühstück, ich versuche endlich das leidige Thema Stundenachweis zu regeln und mich wegen des Tages der Offenen Tür und meiner Aufgaben abzustimmen, mit mäßigem Erfolg (‚wenn Sie als Privatperson teilnehmen freuen wir uns sehr, bei Ihren Arbeitszeiten fehlen Sie ja einen ganzen Tag wenn wir Sie bitten offiziell zu kommen‘, tja, hm)

Mitten im Berufsalltag meldet sich der Mann, ein Termin steht an, den ich total verdrängt hatte, dementsprechend sauer trotzig entsetzt fatalistisch bin ich, aber da kann ja der Mann nichts dafür, und natürlich ist es gut, dass er da ist und wir zusammen gehen können und er alles Organisatorische regeln kann, und dann machen wir das so. Es ist frustrierend und nervig und ich merke, wie ich gerne wieder ein trotziges Kind im ganzen Apparat wäre aber das bringt ja auch rein garnichts, das Gespräch ist ok, die Ergebnisse bieten einen Hoffnungsschimmer am Horizont auch ohne Spekulation, dann schauen wir mal. Also nehmen der Mann und ich ein Getränk mit Besprechung, fahren dann zurück, die Tochter hat sich schon anderweitig versorgt, wir essen die jahreszeitiglich bedingte Kürbissuppe, gegen die ich mich gestern noch geweigert habe, und machen dann einen Mittagsschlaf, der um kurz vo 18:00 wegen weiterem Orgakram und Kinowunsch abgebrochen wird.

Dann kommt die fittere der oben genannten Katzen zu Besuch, soll wegen Haarverlust ihrerseits und Niesattacken der Tochter nicht in die Wohnung, und wird deshalb draußen bestreichelt. Auf Wunsch der Vermiteterinnenmutter kümmern wir uns um die Rückführung der Katze in ihre Wohnung, dabei springt noch ein kurzes und nettes Gespräch mit der einen Katzenmutter raus. 

Dann machen wir uns endlich auf ins Symbolwochenende Richtung Stadt und Kino. Es wird ‚Wochenenderebellen‘ (der link führt zur homepage der Aktiven, nicht zum Kinofilm) gegeben, für uns mit Nachos und alkoholfreiem Bier. Ich freue mich über die Awarenessthematik, finde das ein oder andere aber zu klischeehaft und plakativ, inhaltlich natürlich herzig, und wir konnten die Jugendliche motivieren mitzukommen: also Erfolg. (Hier habe ich nachgelesen, dass der Film im Sinne der eigentlichen Hauptpersonen entstanden ist, und dann passt es ja wieder)

Doch kein Foto der Kinoleinwand wegen Datenschutzsorge

Zu Hause noch bisschen räumen und weitere Orgathemen (Rente, Heizen, Gesellschaft, Faschisten, Umzug, Krankheit, gelbe Tonne) dann fährt der Mann ins Arbeitswochenende, ich beginne den Bericht, trinke dabei ein Bier, dann falle ich zu spät und traurig ins Bett.








15.8.23

Sonntagsausflug

Blog mal wieder haben sie gesagt, das hilft auch, die schönen Seiten zu betonen, und recht haben sie.

Wir waren am Sonntag im Vitra Design Museum und hatten uns den Spazierweg zur Fondation Beyeler ausgesucht.

Aus Gründen kam es dazu nicht, aber die Anlage ist so weitläufig (und wir waren erst spät dort), dass wir auch so bestmöglich eskapieren konnten. 

Deshalb schreibe ich es auf. Nachdem wir am Vortag nur rumgepusselt hatten war mal rauskommen nötig und als wir uns dem Gebäude näherten war ich schon in der kunst- designaffinen Museumswelt gelandet. Ich bin mir sehr bewusst darüber, wie privilegiert das ist, aber ich habe es sehr genossen und möchte es allen empfehlen. Es gibt natürlich unterschiedlichste Vorlieben und Arten des Eskapismus (wir haben ja leider keinen Schrebergarten). 


Für mich ist das Eintauchen in diese komponierte (artifizielle?) Welt mit schönen Dingen (und klugem Design) genau das richtige gewesen. 

Tatsächlich war ich überrascht, wie viele Leute da waren und wie international das Publikum war. Natürlich ist es eigentlich nicht verwunderlich, es ist mehr ein Indiz dafür, wie sehr ich raus bin; selbst schon dutzende Mal vorbeigefahren machen andere den Bogen eben schneller.

Aber auch Teil dieser internationalen zurückhaltenden Neigungsgruppe zu sein war äußerst angenehm.

Gewitter und Regenbogen, die Kunstwelt im Laufe des Wettergeschehens sozusagen Bonusmaterial. 





Und später übernehmen die Raben.



10.7.23

das war die Restwoche und Serviceblog


viel zu berichten gibt es nicht, alles steht im Zeichen der Veränderung. Ab 17. bin ich ja vormittags wieder anderweitig beschäftigt. 

Zur Vertragsunterzeichnung wurde ich nach Zusatzversorgungsbeiträgen befragt, und das ist die Überleitung zum Serviceteil, da habe ich fast unwissentlich einige Monate angesammelt. Es lohnt sich möglicherweise nachzuschauen, ob ehemalige Arbeitgebende Zusatzversorgung zur Rente anboten und diese dann zusammenfassen zu lassen. Ich habe mit einer sehr netten Frau aus Köln telefoniert, vielleicht hieß sie Frau Schmitz, ganz unwahrscheinlich ist das nicht, und dieses Telefonat war sehr freundlich und hilfreich. Alle irgendwie öffentlichen Institutionen oder kirchlichen Einrichtungen haben Zusatzkassen (so wie ich es verstehe) und gleich werde ich bis ins Jahr 1987 abtauchen und Beiträge suchen. Die jeweils nachfolgende oder aktuelle Stelle kann dann über Beiträge informiert werden, es ist ein Antrag auf Überleitung zu stellen, die jeweiligen verschiedenen Zusatzversorgungskassen erkennen sich an. Dies hier ist nur ein kleiner Hinweis einer Privatperson, keinesfalls eine rechtliche Beratung.

Überhaupt, Vergangenheit und Zukunft. Zum Wochenende eine Fahrt zur Verwandtschaft, der Neffe feiert sein Abitur. Ich schaue bewundernd auf die Fröhlichkeit der jungen Erwachsenen und freue mich mit. Sie zelebrieren ihren Abschluss und den Zusammenhalt, ich freue mich für sie, diese Gemeinschaft ist mir leider verwehrt geblieben, aus Gründen sagt man wohl. Man findet sich in der Oberstufe zusammen, deshalb habe ich noch Hoffnung für unsere herausgerissenen Töchter, aber wer weiß das schon.

Es sind sehr großartige junge Leute, die sich da feiern, die Veranstaltung ist lang aber einigermaßen kurzweilig. Der Rektor weist darauf hin, dass nicht die Ziffern vor und nach dem Komma Ausschlag geben, ehrt dann aber doch die ab einem Schnitt von 1,5 und besser. Im Familienkreis dann ein gutes Gespräch, dass eine kleine Würdigung der SchülerInnen ebenfalls wünschenswert gewesen wäre, die es ohne Hilfe aus dem Elternhaus schaffen mussten und geschafft haben. 

Die Buntheit ist auch in der Kleinstadt angekommen, eine großflächig tätowierte Lehrerin mit nicht gradlinigem Lebenslauf, Transpersonen, der Versuch, die Menschen nicht an ihren körperlichen Merkmalen und beschreiben, und der ehrenwerte Versuch meiner Eltern(generation) damit umzugehen. Frau Nessy hat das Buch über das Integrationsparadox empfohlen und erklärt, ich meine, das praktische Beispiel erlebt zu haben am Wochenende. Es gibt schon ein Bemühen, aber Befremdlichkeit ist da, es fehlt vielleicht manches Mal die Erklärung.

Ebenfalls eindrucksvoll der Abiturient von 1948, der sich anlässlich seines Kronjuwelenjubiläums bei der Schule gemeldet hatte und eingeladen wurde.75 Jahre Abitur. Wie die Welt wohl aussieht und ob in 75 Jahren eineR der diesjährigen AbsolventInnen zu einer Feier kommen wird?

Vergangenheit, Zukunft, dieses Eltern- und Familiending, Strukturen, kopierte Verhaltensweisen, hossa.

Mit diesen binsenweisheitlichen Gedanken wünsche ich eine gute Woche. Ich werde zum Friseur gehen, zu Danger Dan und Sandalen holen. Vielleicht werde ich endlich in einem See oder sogar im Rhein schwimmen, ich war noch nicht schwimmen hier, ist das zu glauben? 

Und weil was Schönes zum Schluss immer gut ist, nächtliche Stimmung am Freitag von der elterlichen Terrasse.


6.7.23

was machst Du eigentlich den ganzen Tag? #wmDedgT Juli 2023

 Frau Brüllen fragt das Internet ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag?‘ und wir beantworten  das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag #wmDedgT

Wie wieder reinkommen?

Es gibt hier und da die fast flehentliche Bitte, wieder (mehr) zu bloggen. Und Himmel, wie gern würde ich!

Was hatte ich nicht für Vorsätze!

Es gibt so viele Dinge zu berichten, jedoch sind die meisten nicht besonders, auch nicht besonders schön.

Es gibt ja so viele tolle Blogs, die alles so viel besser beschreiben, in Worte fassen, ihren Stil gefunden haben. Ich bin hier nur eine weitere mittelalte weiße Frau, die Dinge entschieden hat, die sich nicht hochglanzbroschürig und instagramabel darstellen lassen.  

Wir sind umgezogen, und zwar 500 Kilometer weiter südlich. Das ist sehr viel Arbeit und sehr viel Umstellung, quasi Kulturschock, einfach ist es nicht.

Auch und gerade nicht für unsere Teenagertöchter. Und natürlich werden auch generelle Fragen berührt.

Nun sind wir sechs Monate fast ein Jahr hier und es ist klar, dass es keinen fröhlichen Neuanfangskontent geben wird. Kein daily unser fröhlicher Weinberg (das war angedacht).

Vielleicht ist es also doch besser, mit einem #wmdedgT zu beginnen, immerhin ist auch etwas passiert. Ein 'was bisher geschah' oder 'was hast Du eigentlich die ganze Zeit gemacht' folgt eventuell. Der Wille ist da.

 

Juli also schon.

Aufstehen fällt immer schwerer, wir sind, wie man so schön sagt, durch. In unserem ehemaligen Bundesland sind die Ferien in vollem Gang, Urlaubsfotos überall, und die Reiseziele erst! Hier werden im letzten Abschnitt vor Notenschluss vier Arbeiten pro Woche geschrieben, man wundert sich.

Zwei Kaffee müssen mir aufhelfen, dann mache ich mich fein, Offizielles steht an. Aber zuerst bringe ich die Töchter auf den Weg. Das Wetter ist kühl und regnerisch, ich packe vorsorglich ein Ersatzpaar Schuhe ein. 

Der Mann ist zu Hause, letzter freier Tag. Mein Termin ist um 9, ich habe eine Stunde totzuschlagen, in der letzten Zeit habe ich mir angewöhnt, solche Stunden wenn möglich nicht zu verplanen sondern so zu vertrödeln, dass ich pünktlich kommen kann. Während ich so auf dem Parkplatz rumdaddle fällt mir auf, dass ich doch noch ein Schriftstück dabeihaben sollte. Die Bestätigung, das erweiterte Führungszeugnis beantragt zu haben nämlich. Also nochmal zurück in die Wohnung. Von dort im strömenden Regen zum Termin. Ich unterschreibe einen Arbeitsvertrag. Halbe Stelle, vormittags, Ferien frei. Bisschen viel Fahrerei vielleicht, mal sehen. Ich werde es probieren und freue mich auch etwas. Das Ganze dauert 50 Minuten, ich werde zu diesem und jenem belehrt und informiert. Die Unterschrift dann dokumentenecht.


 

Danach kaufe ich für warmen Kartoffelsalat mit Bohnen ein.

Kurzes Frühstück mit dem Mann. Trotz der vorgerückten Zeit beschließen wir, in die Stadt zu fahren und wenigstens mal was zu machen. Es gibt immer was zu tun, aber meine freien Vormittage sind ja jetzt gezählt. Also ins Augustinermuseum.

 

Die Kolonialismusausstellung habe ich ja leider 'verpasst', jetzt Sehnsuchtsort Italien. Ich genieße sehr die Ausblicke, die Atmosphäre, überraschende Perspektiven, Ruhe und stilsichere Museumseleganz. Leider reicht es nur für einen Kurzbesuch, Motto wie immer besser als in die Luft gepfiffen, dann noch ein Erfrischungsgetränk am Bächle, Töchterabholung. 

Es gibt noch Käsespätzle vom Vortag, dann wird die Küche mal richtig geputzt (Grund ist Frust) und aufgeräumt. Das nimmt der Mann zum Anlass, wacklige Schiebeleemente in Angriff zu nehmen. 

Ich setze mich auf den Freisitz, versuche mich über Zusatzversorgungskassenfragen zu informieren, telefoniere mit meinen Eltern, es geht um Absprachen für's Wochenende, ich werde über das Sterben in der erweiterten Nachbarschaft informiert (in die damals neu konzipierten Siedlung sind eben alle mehr oder weniger gleichzeitig mit ähnlich alten Kindern gezogen, der Generationenwechsel ist in vollem Gange) suche Adressen für Überraschungspakete heraus, wähle ein Gericht aus der Speisekarte für Samstag, hänge zwei Wäscheständer voll Klamotten ab, verräume einiges davon, nehme mir vor zu bügeln und dabei das Lesedingsbuch zu hören, aber die Zeit reicht nicht mehr. Dazwischen Fragestellungen zu Parabeln und Muffinrezepten.

Die Vermieterin leiht sich das Auto wegen Anhängerkupplung, dabei lerne ich, dass ich mich für Taylor Swift Karten an der falschen Plattform angemeldet habe, nämlich bei ihr (also Taylor Swift, nicht der Nachbarin. Richtig wäre eine Anmeldung auf der Ticketplattform gewesen. Das bringt mich ins aktuelle Politikgeschehen, Stichwort zweihunderdreiundvierzig Millionen, ich schreibe das aus damit es angemessen viele Buchstaben sind, wegen der Dimension, eventim erhält davon auch einen Teil wie ich auf der Seite der tagesschau erfahre, wie soll man da, Siewissenschon.) Dass wir so aber keine Konzertkarten erhalten werden ist dennoch sehr bedauerlich. Etwas Eskapismus wäre wünschenswert.

Kurzer Plausch mit der Nachbarin, dort lasse ich zu viele Informationen. Schlecht.

Weil Mittwoch ist und ich und meine Stimme wiederhergestellt gehe ich zum Chor. Zum ersten Mal mit dem Flitzerad (bin bei Stadtradeln angemeldet und wurde darauf hingewiesen, dass unsere Kilometerzahl uns im hinteren Drittel rangieren lässt. Das kann ja nicht so bleiben). 8 Kilometer einfach, das ist gut zu machen, zumal topfeben. Auf dem Rückweg dann doch kurzer Halt fürs idyllische Foto.


Der Mann hat Pizza gebacken, danach noch ein nächtlicher Spaziergang mit der Tochter.


Weil der Tag und Abend noch nicht enden soll folgt ein kleiner Plausch auf der Terrasse mit dem Mann.

Um eins falle ich ins Bett.

23.4.22

Dosenobst und Nagelhaut - Bloggen wie Frau Novemberregen

Frau Novemberregen hat ja immer so gute Ideen, und heute habe ich nachgelesen - und gefragt, dass das erstellte Dokument (gerne mitmachen, sowohl befüllen als auch verbloggen :) mit den Blogthemen für alle da ist, früher™️ hieß das Blogparade glaube ich und vielleicht komme ich so auch mal wieder zum Bloggen.


Der Zustand der Welt im Allgemeinen und im Besonderen ist ja etwas aufwühlend, negativ, persönlich sogar ziemlich dunkel und anstrengend, da ist so ein kleines Hobby, bei dem ich mich mit vorgegebenen Themen befassen kann eine willkommene Abwechslung, und ich muss nicht immer nur aufpassen zu schreiben wie schlecht alles ist (es ist leider wirklich fast alles schlecht).

Kurz also zum Thema Dosenobst und Essen der der 1970/80er. 

3 große Gerichte fallen mir ein, erstens ist es der Geflügelsalat mit (allerdings echten) Trauben, Sellerie, einer Art Majonaise, (mitgekochtem) Sellerie, ich hasse Sellerie, aber hier konnte ich ein Auge zudrücken, sowie Dosenmandarinen, und Mandeln. Es gibt die Erzählung, dass ich eines Abends, vom Ausgang zurückgekehrt, die Schüssel leergemacht habe, die für einen Besuch vorbereitet worden war. Ich habe ihn noch nicht selbst probiert, ich mag ja keinen Sellerie, und so gut wie Mutter schaffe ich es eh nicht. Bei Trauben bin ich anspruchsvoll, sie sollen nicht wesentlich weiter gereist sein wie ich, das schränkt mich jahreszeitlich ziemlich ein, und dann soll das einfach ein Erinnerungsgericht bleiben.

Das bei Frau Novemberregen schon beschriebene Filet, mit Dosenpfirsichen, in die helle Soße wird kurz vor dem Servieren geschlagene Sahne untergerührt, wunderbar -mit breiten Nudeln!

Dann fällt mir noch der Nudelsalat von früher ein, den ich auch häufiger zubereite, und den erst heute TochterJ schnell gezaubert hat. Hörnchennudeln, Dosenchampignons, ErbsenMöhrchen, früher Fleischwurst, heute ohne, Curry, SalzPfeffer, Miracelwhipp balance (sonst spielten beim Kochen bei meinen Eltern kalorienreduzierte Zutaten keine Rolle, keine Ahnung, weshalb das hier anders ist) etwas Essig und Öl, voila!

schmeckt so 70er wie es aussieht

Dosenmandarinen und Pfirsiche werden weiter verlangt, wenn in der Familie Zahlenkuchen gelegt werden. Ich esse sie aber nichtmehr pur aus der Dose oder zu Grießbrei wie früher.

Archivbild

Dosenbirnen hingegen galten ja auch irgendwie als mondän, haben es aber nicht geschafft bei mir zu landen.

Nägel

Zum Thema Nägel ist schon alles gesagt, nur noch nicht von mir. 

Kaue ich seit ich denken kann, es muss oft raus, die innere Spannung baut sich ab. Heute habe ich es weitgehend im Griff, aber die Nagelhaut fissle ich gern ab.

Wenn ich lackiere habe ich Ruhe, Tochter J hat sich jetzt so eine Maschine gekauft, mit der auch ich mir schon den Speziallack mit Ultraschall fixieren ließ, toll! Sonst kann ich jeder Sorte Lack dabei zusehen, sich zu verkrümeln (außer der schnelltrockneden Nagelhärter in der geschwungengen Flasche von e*ss*ie, da dauert es ein paar Stunden länger)

Weil schon alles gesagt ist gebe ich kurz die Geschichte wieder, wie in meiner Jugend Anreize geschaffen werden sollten, nicht zu kauen, und zwar mit der Aussicht auf Ohrlöcher. Nicht geschafft, ich habe sie mir selbst gekauft, und dann gleich noch ein paar mehr dazu, war auch wieder nicht recht.

Inzwischen bin ich wieder bei zwei, also eins pro Ohr, die Aufregung hat sich also nicht gelohnt.

#wmDedgT Oktober 2026

  Frau Brüllen fragt das Internet  ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag?' und wir beantworten das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag...