19.5.20

Wiederholungstäterinnen


Ich noch nicht.
Die Kinder aber schon.
Oooma und Ooopa wie wir sagen, waren auch noch nicht oben, weil. Und meine Oma und Opa hätten sich niemals träumen lassen, dass ihre Enkeltochter mal im Ruhrgebiet ihre Zelte aufschlägt.
Naja.
Jedenfalls, nach einem geschäftigen Samstag mit Sachen, die man samstags so macht (Rasenmähen, Gierjäten, Heidelbeeren umtopfen, Blattläuse vom Spinat schütteln, Räder verkaufsfertig bzw. sommerfein machen) war am Sonntag die Frage, wo's hingehen soll. Die Kinder entschieden sich für den Stadtpark, entstanden aus dem ehemaligen Gartenschaugelände, wie das immer so ist.
Ich war nicht begeistert, aber was soll man machen.
Und dann wurde es richtig nett.
Die meisten hielten ausreichend Abstand, bzw. die Zahl der Gäste war begrenzt, dadurch war Abstandhalten einigermaßen möglich, bis auf die Klettergerüste aufm Spielplatz, die wir dann gemieden haben.
Lustig war, wie begeistert die Kinder waren vom Park, wie viel sie nicht wiedererkannten. Es wurde auf Bäume geklettert, Radschlagen geübt, die Trampolinanlage exzessiv genutzt. Wir haben uns Eis und einen Sonnenbrand geholt. Viele Frösche im Tümpel gesehen und ein paar Kilometer gemacht.



Abends das Wochenende dann mit Burgern ausklingen lassen, noch einen Film geglotzt und müde ins Bett gefallen.
Den Montag habe ich mit Pilates in der Kleinstgruppe begonnen, danach war ich rechtschaffen müde. Den ganzen Montag warnt mich das Handy wegen Nichterkennen des wlans. Nerv.
Zwar hatte ich gedacht, alle Balkonpflanzen wären jetzt von allen gekauft, ich könnte mich um die Reste kümmern, aber weit gefehlt. Es fehlen offensichtlich noch Geranien und Co und natürlich sind alle am Montag Vormittag nach den Eisheiligen unterwegs. Muss ich mich halt noch ein bisschen gedulden und kann in der der Zeit überlegen, was ich wohl in den Topf vor der Haustür dieses Jahr mehrjähriges Immergrünes für die Nordseite pflanze (feine Ironie kann ich!)
Meine Mutter getröstet und ein gebrauchtes Buch für sie bestellt. Schule den Kindern überlassen. Das erfüllt mich mit Trauer, aber was will man machen. Vielleicht ist das jetzt eine gute Zeit dafür, vielleicht auch nicht. 
Tochter J wollte heute mal wieder cakepops backen, ich finde dieses Zeug völlig überbewertet, aber naja, wenigstens haben wir was zusammen gemacht. Gelungen ist es dann allerdings nicht so.

Weil wir so angefixt waren und das Wetter gut sind wir gegen Abend mal schnell in den Park, zum Trampolin.War auch nicht so voll wie gestern, und wir haben trotz Ende Mai Jahreskarten gekauft, eine Jahreskarte fürs Freibad werden wir wohl eher nicht erwerben können dieses Jahr.
Ausgiebig alles das bespielt, was am Sonntag zu besetzt war und was möglich war, weil wegen weniger anderer Besuche der Peinlichkeitsfaktor kleingehalten werden konnte.
Diese leichte Hautspannung von der Sonne, fast ein bisschen wie früher.
Abends noch ne Runde Vorlesen auf der Terrasse, das war schön (kein fünf Wochen, dann wird's schon wieder dunkel) Dafür Mauersegler und später Fledermaussichtung!


Mittwoch gehen wir wieder.



15.5.20

Computer says No

die Kinder wollten heute mal was kaufen gehen, und da es noch Gutscheine vom letzten Geburtstag (im Juni) einzulösen gab, sind wir in ein Sportgeschäft der Kette. Die angepeilten Fußbälle waren zu teuer, Kickschuhe wollten wir nicht, die Sportklamotten waren nicht die richtige für Alters- und Preisklasse. Wir fühlten uns in dieser kumpeligen Sportatmosphäre auch nicht sonderlich wohl, ständig kamen Sportskameraden der Verkäufer, es wurde sich umarmt und abgeklopft, die Kinder suchten sich mit großer Mühe was aus, weitgehend ignoriert vom Personal, was sicher nicht so einfach war, immerhin tigerten wir eine Stunde durch den Verkaufsraum. An der Kasse dann der lapidare Kommentar: zeigt mal, was habt Ihr denn da, also damit könnt Ihr bei uns aber nicht bezahlen. Können die inhaltlich nichts dafür, aber es gibt auch noch andere lokale Einzelhändler.

Danach haben wir versucht, eine weitere Kuriosität zu klären: vor einiger Zeit haben wir versehentlich eine Summe aufs töchterliche Sparbuch überwiesen, die da aber nicht hingehört und wieder zurückmuss. Das gestaltet sich schwierig, weil uns keine Handlungsbevollmächtigung vorliegt. Warum nicht, ist nicht so klar ( je erhalten? Verbummelt?) das Kind kann nicht helfen, denn es ist noch ich volljährig bzw selbst nicht handlungsbefugt. Anrufe in der Bankzentrale bringen immer dasselbe Ergebnis, Duplikat kann keines erstellt werden, zumal man ja nicht in der Zentrale sondern in einem Callcenter landet. Zweimal wurden Dokumente zugeschickt, die sich aber als nutzlos herausstellten. Fast möchte ich jetzt von diesem Früher anfangen, als mich Herr K oder Onkel R hinterm Schalter noch persönlich kannten, und selbstverständlich jede Transaktion für mich oder meine Familie ausgeführt hätten.
In solchen Situationen, die ja durchaus kurios sind frage ich mich jedoch, ob wir der einzige so gelegene Fall sind, was anderen in derselben Situation machen, oder ob für solche Spezialausnahmen einfach kein Procedere festgelegt ist, warum auch immer. (Kommt nicht häufig genug vor, an einen solchen Fall wurde nicht gedacht? Obwohl, wieso sollte sowas nicht erdacht werden, wer denkt sich das denn eigentlich überhaupt aus? Man weiß ja so wenig) Tatsächlich habe ich heute überlegt, mich mal bei Twitter  ans Social Media Team der Bank zu wenden, ist das schon Pranger oder noch Dienst am Kunden?

Ich hätte noch zwei ähnliche Dinge zu berichten, möchte aber erstens nicht langweilen und dann muss ich mir ja auch noch was aufheben!
In diesem Sinne.

Als Rausschmeißer den wunderbaren Satz, der mir immer mal wieder in den whatsappstatus gespült wird:
‚Also wenn jetzt immer alle nur meckern können wir sowas wie Corona eben nicht mehr machen!‘
Quelle leider unbekannt, aber es erheitert mich, das ist auch nötig.


13.5.20

#12von12 Mai 2020

Bekanntlich ist  nichts ist so alt wie der Blogpost von letzter Woche, und so muss ich wohl schweren Herzens darauf verzichten, den vorformulierten großartigen Ereignissen der letzten Woche eine eigene Würdigung im Internet! zukommen zu lassen. Andere bringen ihren Garten auf Vordermann, ich habe letzte Woche den Holzboden des Wohnbereichs nachgeölt. Ja, es sind auch wunderbare Fotos entstanden (und der Geruch erst!) aber ich werde mir die mir von mir selbst zugedachte Medaille 'Hausfrau der Woche' (auch wegen Muttertag!) tapfer nicht verleihen und einfach mit #12von12 weitermachen. Frau Caro von DraußennurKännchenblog nebenan sammelt traditionell die links fürs #12von12 - vielen Dank dafür (und sorry für die verspätete Verlinkung)

Es gab am Sonntag einen kleinen Eklat, vorher jedoch schöne Fotos beim Spazierengehen. Eines davon hat es als Einstieg geschafft, denn das obligatorische Foto von Tante Anna, geboren am 12.5.1906 entfällt heute. (Die Cousine meines Opas vätelicherseits, Link suche ich nachher raus.)

Die Problematik ist bekannt: ich kann an kein ernstzunehmendes Endgerät zum Bloggen während hier zwei so-gut-wie-Teenagerinnen für die Schule arbeiten müssen. Ich kann auch nicht immer drei Stunden länger aufbleiben, weil ich mit meinem Tag noch nicht fertig bin, wenn die süßen Töchter erst  gegen Mitternacht ins Bett finden. Ein Dilemma, ich sagte es bereits.

Heute zwölfvonzwölf. Los gehts mir Kaffee. So stelle ich mir das perfekte Kaffee-Milch-Verhältnis einer schnell gebrauten normalen Tasse Kaffee vor:
#2von12
Die Kinder haben sich am Montag an die vorhandene Carrerabahn erinnert, gleich aufgebaut und seither intensiv bespielt. Ich freue mich mich, nicht nur weil ich so ein bisschen MarioCart in echt spielen kann. Später, nicht im Bild, kamen zwei Loopings dazu:

#3von12
Kurzes Vorher-Nachher aus dem Garten: Verheißung eins mit dunkellila, wunderbare Blütenpracht (allerdings deutlich weniger Quantität, ich habe gerade Rhododendronphotos von vor fünf Jahren entdeckt, und kann nur sagen, er hat sehr gelitten)
#4von12
#5von12



Radieschenliebe. Nicht nur bei mir. Wir haben einen Gast, ich denke, es ist das Eichhörnchen (ich hoffe es insgeheim, denn es sah heute so struppig aus, ich gönne es ihm.) Dennoch freue ich mich über die erste Radieschenernte.
#6von12

6.5.20

Es ist der 5.! Also #wmDedgT

Frau Brüllen fragt ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag‘ und ich antworte mit meiner Maiediton.
Meine Laune ist unterirdisch heute. Die Kinder nerven mich, dass es keinen Plan gibt nervt mich, dass der Plan, den ich gerne hätte, erst noch erfunden werden muss nervt mich, dass möglicherweise alle einen eigenen Plan haben nervt mich.
Was ich allerdings sehr gut kann wenn ich genervt bin bzw. oder wütend, denn irgendwo bin ich auch wütend, auf alles, auf jeden, auf ziemlich viele hier in der Familie, auf naja, you get the picture.
Was ich dann also gut kann ist putzen. Und das ist auch sehr dringend einmal wieder nötig hier. Es liegt halt nur leider auch ziemlich viel rum das beim Putzen stört. Mich sonst auch, aber.
Die Kinder sind übrigens schon kurz vor 8 selbständig aufgestanden, sie haben gestern beschlossen, dass ab gestern ein anderer Wind weht, und das ziehen sie durch, Hutab. Ich quäle mich aus dem Bett als ich höre, dass sie ihr gemeinsames Frühstück beendet haben und sich an die Aufgaben machen.
Also gebe ich mich garnicht erst mit Nebensächlichkeiten wie Anziehen ab sondern rausche in den Keller um die Putzerei vorzubereiten. Zuerst räume ich noch rumstehende Körbe aus. Ich hatte mal die Idee für ein System, Dinge an der Treppe abzulegen, um sie jeweils mit nach oben oder unten zu nehmen. Das führte zu mittelgroßen Dingansammlungen auf der Treppe. Seit ich die Körbe tatsächlich mitnehme und einigermaßen diszipliniert ausräume (es dauert garnicht lange und es entsteht keinerlei Rumstehfrust!) ist es wirklich ein System geworden.
Während ich unten brockle klingelt es an der Tür, die Nachbarin wird in die verdreckte Wohnung eingelassen, man sucht mich, ich bin aber im Pyjama im Keller. Hm. Ich lasse mich sehen, die umsichtige Tochter bringt mir einen Pulli, die Nachbarin kommt direkt vom Friseur und legt ihre Maske auf meinem Esstisch ab. Außerdem erzählt sie mir froh, wie gern sie gelebt hat und dass sie mit ihren fast 66 auch gerne jetzt gehen kann. Ich meide die Auseinandersetzung, lächle, lasse mich zum Abendessen einladen, verschiebe das aber auch irgendwann („also dieses Wochenende geht es eh nicht“, sagt sie, „da sind wir schon woanders eingeladen“, argh) und habe noch mehr Laune als sie dann geht.
So lässt sich allerdings hervorragend abschließend entostern (gefällt mir ausgesprochen gut der Begriff, habe ich von Twitter), wobei, was heißt schon abschließend, die bemalten Ostereier am Kerzenleuchter lasse ich noch bisschen hängen, die im Vorgarten nehme ich mir für morgen vor. Dann räume ich die Küche auf und kleben ENDLICH meine Lieblingsfeenkette. Eine Gisela hat sich gelöst, seither warten alle in einem Teller in der Küche auf Behandlung, heute soll es endlich so weit sein, Sekundenkleber bringt’s nicht, das Loch im Kopf muss mit Masse geklebt werden.
Meilenstein.

Fenster in der Küche und Balkontür und Fenster in TochterRs geputzt.
Blühenden Schnittlauch endlich angeschnitten, was verwertbar war in den Quark geschnitten.
Zum Mittagessen Riesenkartoffeln als jacket potatoe, alle dürfen den Belag selbst wählen, zur Auswahl stehen Mais, Schnittlauchquark, Käse, gratinierter Ziegenkäse, Rucola, Sahnehering, dazu Feldsalat. Wir essen auf der Terrasse, das Dompfaffenpärchen speist ungerührt nebenbei ebenfalls, hachz.

Nachmittags putze ich den Böden: Bad, Küche und Flur, die Treppenstufen von oben nach unten, den Boden des Vorraums ganz unten, genug jetzt. Auf dem Balkon möchte ich noch den Blütenstaub wegfegen, aber nach den zwei Maschinen Wäsche hab ich genug. Der Zorn ist leider noch nicht verraucht.
Um Schulzeugs hab ich mich heute nicht gekümmert, sei’s drum, die Wut macht’s möglich, sollen sie halt selbst sehen. Eigentlich stand noch bügeln auf dem Programm, aber dann probiere ich mal schnell die Faltanleitung einer Maske von Frau Gröner. Sieht gut aus und geht schnell. Kann hochgezogen werden und mit der Brille eingeklemmt.

Duschen (putzfein angezogen habe ich mich nach dem Nachbarinnenbesuch) im frischen Bad, ökonomisch ist das nicht, aber schön.
Nächster Programmpunkt Lüften, also uns. Wir sind zwar etwas hinterm Zeitplan, aber geht noch. Also knapp vier Kilometer strammes Gehen durch den Wald, Sonne, Abendlicht, frische Luft, das tut gut. Es sind zwar nicht annähernd 20000 Schritte, irgendwas ist immer.




Während unserer Abwesenheit Gemüsekistenlieferung. Also frisches Brot mit Rohkost und Mittagsessenresten.
Es dauert ewig, bis die Abendrunde eingeläutet werden kann, und dann erinnere ich doch daran, dass das Formular zur Wahl der zweiten Fremdsprache noch abgegeben werden muss (Termin war gestern, ächz). Es ist, Trommelwirbel, bei beiden Französisch. Hurz. (Wann hab ich nochmal den Vortrag gehalten, dass alles gemeinsame zu vermeiden ist?)  Statt Glotzen wieder Vorlesen, die Mädels turnen sich dazu müde. Zauberhaft.
Dann endlich Zubettgehung, und ich Kölsch. Und twitterkneipe, das hebt die Stimmung, Danke, das hat gut getan.
Oh. Ist ja noch garnicht halbzwei.
Schnell noch Meise Yvonne vorbereiten, dass ich die Mädels morgen doch mal noch mit einem Liedchen wecken kann.

PS: erwähnt werden müssen noch eine Spülmaschinenrunde  und eine fast makellos aufgeräumte Küche sowie drei Ladungen Waschmaschine mit Aufhängen und Verräumen. Andere schaffen ja mit Berufstätigkeit mindestens genausoviel (lasst mich)





4.5.20

erstes Maiwochenende

erster Mai, ohne Tanz in denselben.
Es kristallisiert sich gegen Ende der Woche stark heraus, dass Tochter J sich, sagen wir, deutlich auf andere Dinge konzentriert hat als auf Schule. Da ist auch ein Berg, schier unbezwingbar. Nun.
Am ersten Mai wird hier aber mehr so rumgepusselt, dann Steine angemalt, mehr schlecht als recht. Auch, um einen kleine Radtour machen zu können, zum Stadion, den Stein ablegen. Los geht es natürlich erst am sehr späten Nachmittag, direkt in einen Regenschauer. Dann wird es aber noch sehr schön. Wir fahren ums Stadion herum und sind bald in der grünen Frühlingshölle. Franzbrötchenherstellung macht Spaß, Ergebnis ist aber gemessen an der immensen Vorbereitungszeit nicht der Geschmack unsrer ersten Wahl.
Abends habe ich eine Einladung zu einer Geburtstagskaraokeparty, die nun über zoom stattfindet, das klappt aber leider weniger gut. Dabei hätte ich mich so gerne mal getraut. Bleibt mir wenigstens Zeit, noch in der Twitterkneipe vorbeizuschauen, und das wird spät und sehr sehr schön.
So begehen wir den kapitalen Fehler, bis 11 ungestört zu schlummern. Alle sind müde, der Rhytmus hat sich total verschoben. Es müssen heftig ein paar Schulsachen erledigt werden, anbei eine kleine Einführung in powerpoint gratis. Die Nerven liegen blank, aber wir haben auch damit zu tun, über die Zukunft zu grübeln. Das überkommt uns anfallsartig. Aus irgendwelchen Gründen schauen wir die Fotos der letzen 6 Jahre auf dem Smartphone durch (ach ja, auf der Suche nach einem fish n chips Bild, siehe pppräsentation) und schwelgen einerseits in Erinnerungen, blicken aber interessiert und sorgenvoll in die Zukunft. Fußballcamp, Reiterfreizeit, Herbstferien? Ein Telefonat mit meinen Eltern, anstrengend und erhellend. Ich gehe erst gegen 20 Uhr einkaufen, das Rezept für die herzhaften Schinkenkäsewaffeln überzeugt nicht, wie gut, dass parallel noch Spargelrisotto da ist. Als gemeinsame Aktion spielen wir wenigstens noch eine Runde dobble.
Wenigstes hat das Dachfenster den Regen schön.

Nachts rächt sich allerdings die körperliche Inaktivität, J wälzt sich, während ich meinerseits mit Masterfolien und Fußnoten kämpfe. Ich gebe weit nach Mitternacht auf und bringe die Küche noch auf Vorderdings, J hilft mit, interessantes Zusammensein, das Gespräch nach Mitternacht ist bekanntlich das Beste, und die schönsten Partys finden in der Küche statt, aber dass die Zwölfjährige erst um halb vier schläft verlangt nach einem Plan.
Und der sieht so aus:
9:00 aufstehen, Brötchen,
20.000 Schritte über den Tag verteilt,
mindestens die Hälfte des Schulbergs erledigen,
selbstgemachte Pizza.
Wir starten mit gemeinsamem Spaziergang zum Bäcker, sitzen um kurz nach elf beim Frühstück, arbeiten bis 17:30 allerdings unterbrochen durch ein langes Telefonat mit meiner Freundin (wir haben eigentlich einen gemeinsamen Urlaub in den Herbstferien geplant und fragen und jetzt, wie das wohl werden wird) und einem Arbeitswutanfall meinerseits, bei dem ich noch schnell 32 Präsentationen mit einheitlichen Fußnoten auf allen Folien versehe und hochlade (yeah, bitte verzeihen Sie die Detailgenauigkeit). Schuldramaende gegen 18:00.
Planung einer Lüftung. Dazwischen akute Berlinvermissung, denn obwohl ich garnicht unbedingt planen konnte, auf die re:publica zu gehen, fehlt mir dieses Frühlingsberlingefühl. Gegen 19:00 machen wir uns auf zu einem Ruhrspaziergang mit Boards, und sind dann tatsächlich drei Stunden an der Luft, allerdings bestellen wir uns bei zweifelhafter Abstandshaltung Pizza und verspeisen sie ebenfalls draußen, aber das gildet. Es werden insgesamt leider nur etwas mehr als 8000 Schritte, aber die Kinder turnen sich noch müde, während ich vorlese (wegen kein Film). Schlafenszeit gegen Mitternacht. Immerhin nicht halb vier. Ab morgen wieder rigoroses Aufstehen mit Musik. Ich geh mal schnell was gutes raussuchen.



1.5.20

Regentag

wunderbar. Kühl, immer mal wieder Schauer, ist mir aber recht, was sollte ich außerdem draußen? Langsamer Start in den Tag, bisschen hier und da, Hefe verschenkt, ja, richtig gelesen! Am Samstag gab‘s beim Einkaufen nur 500g Packen, die ich unmöglich in diesem Haushalt schaffen kann, auch wenn wir wirklich viel backen. Also umliegende Nachbar- und Freundinnen beschenkt, etwas davon eingefroren. Für den Plunderteig to be für das aufwendige Franzbrötchenrezept von pötzblog braucht es aber leider nur 0,1g Hefe für den Vorteig, insgesamt 9. (via Frau ankegroener ).
Ich muss mich ein bisschen korrigieren zu meinen Auslassungen gestern. Ich finde es meist doch nicht genug, was die Kinder machen für die Schule, möchte am liebsten sehen was sie wegschicken, würde gerne immer gleich das Große Ganze bedenken (Demokratie in Athen, aber Kind, hol mal das Politiklexikon, was heißt denn eigentlich Demokratie). Eltern SIND die schlechtesten Lehrerinnen. Na ja. Wir sind ja alle Lernende. Wenigstens flippen wir nicht mehr jedesmal aus wenn es um Schule geht.
Einen Schnack übers gekippte Küchenfenster mit der Freundin gehalten, mit einer anderen telefoniert. Wegen eines doofen Zwischenrufes die Onlineturnstunde verpasst, schwups, landet auch noch ein Crosstrainer auf der Wunschliste von vor Tagen (Scherz um des Scherzes Willen, wir haben einen ungenutzten Stepper im Dachzimmer stehen, das genügt. Obwohl?!).
Den ganzen Tag in Schlumpfklamotten, trotz drohenden Feiertags nicht einkaufen gewesen (oder gerade wegen).
Abends dann gntm, wie immer mit Aufregern (ich denke, die Weinaktion war gescripted, das habe ich den Kindern auch so vermittelt) einer kurzen Abhandlung meinerseits über kulturelle Aneignung und ihre Nachteile (die Kandidatinnen wurden a la ‚dio de los muertos‘ geschminkt) und Lachanfall während der Werbung, weil ein Würstchenfabrikant mit der ‚recycelbaren Glasflasche‘ warb. Echtmal.
Walpurgisnacht. Allen Hexen eine gute Nacht, wie schön, über die Kommentare zu lesen, wer alles so vorbeischaut.
Was krass war: eben festgestellt, dass die Kellertür mindestens eine Nacht und einen Tag offen (im Sinne von nicht abgeschlossen) war. Grusel.
Was mir dieser Tage sehr gut gefällt: die neue CD von Stoppok (das will ich schon schreiben seit ewig, spätestens seit er mit Brings als special guest beim Autokinokonzert aufgetreten ist. Guter Mann.)
Was lustig war: Die Formulierung in anderem Zusammenhang in der Süddeutschendass die anderen derweil einen gälischen Dialekt lernen, Masken nähen oder sich in die Form ihres Lebens trainieren.
Man bekommt den Eindruck, selbst alles falsch zu machen, was man falsch machen kann. Genau (s.o.). 
Auch schön: das Dompfaffenpärchen, das uns doch auch immer wieder besucht. Ich hoffe, die ungeschälten Sonnenblumenkerne schmecken. (Verpixeltes Suchbild mit Rhododendronanteil vom Vortag und orangenem Punkt. Aber orange hier mal nur positiv!)
das Männchen posed (schreibt man das so?!) das Weibchen ist beschäftigt. Und ich fotografiere das auch noch!

30.4.20

Neues Design hier, na dann

ah, geht auch klassisch.
Gerne lese ich anderswo, dass die Tage verschwimmen, nichts so richtig klappt. Danke dafür, ist ähnlich bei mir.
Gestern wenigstens mal auf dem Markt gewesen, aber: Erdebeeren vergessen, herrje, wie schwer kann es sein?!
Ich möchte mich gerne mit der Urlaubsfrage beschäftigen einfach um darüber nachzudenken. Wo würde ich hinwollen? Was dort tun?
Dass dieses mühsam erarbeitete ‚es ist nicht so wichtig, alles dabeizuhaben, oder von dort mitzubringen, wir fahren ja wieder hin‘ jetzt einfach so nicht mehr gilt. Diese Vorfreude, die dadurch entstandsteht, dass wir uns fürs nächste Mal was vornehmen, neu oder wieder zu tun, es fehlt. Und macht traurig. Wie schnell alles nicht mehr gilt, oder eben doch erst recht.
Dasselbe mit der Schulbildung. Ich freue mich, dass die Kinder en passant Laugenbrezelherstellung begleiten, Kuchen backen. Mache ich mir nur vor, dass es egal ist oder sein wird, wie sie ihre Aufgaben bearbeiten? Es ist diese Schere: mir ist es fast egal, ich finde alles, was sie machen, mehr oder weniger ausreichend. Aber das finde im Zweifel eben nur ich. Es ist wahrscheinlich nicht der Maßstab der Schule. Sollten sie nächste Woche zurückkehren (müssen) und dann eine Arbeit über das Erarbeitete schreiben müssen (es scheint so gehandhabt zu werden) sieht die Sache wahrscheinlich sehr anders  aus. Wie werden wir alle mit den Lücken umgehen, die die Coronazeit in die Bildungspläne gerissen hat. Wir dürfen gespannt sein. Außerdem fehlt mir, bei allem Verständnis, das Zwischenmenschliche in Sachen Schule. Bis auf eine Lehrerin gibt es keinerlei persönliche Ansprache oder Interaktion der Kinder mit den Lehrpersonen.
Die Kinder wurschteln so vor sich hin, erledigen die Aufträge, merken sich manches, anderes nicht. Die Schlafenszeiten verschieben sich, sie spielen und bewegen sich wenig, hängen rum, streiten bei jeder Gelegenheit.
Ich bin von ihrer Wurstigkeit unendlich genervt, aber habe verstanden, dass das hauptsächlich daher kommt, dass ich ihnen so gerne beigebracht hätte, dass es anders besser wäre sein könnte. Das hilft. Ebenso die Güte und Freude, mit der der Mann auf die Kinder blickt. Ein Segen. Und dann gestern Abend, als J beim Haareflechten tatsächlich noch ein bisschen Mathe gemacht hat die schlagartige Erkenntnis, dass ‚selten haben sie es von Fremden‘ auch hier passt: auch ich habe meine Magisterarbeit von 23 bis 5 Uhr geschrieben und den Rest des Tages dafür gebraucht, mir aufzuraffen. Wobei ich die theoretische Erkenntnis natürlich schon lange habe, jetzt ist es auch hinten im Hirn angekommen, Unterschied zwischen wissen und begreifen, ne. Wird schon alles irgendwie (denke ich in guten Augenblicken jedenfalls). Blöd ist in diesem Zusammenhang nur, dass ich bis jetzt immer mindestens noch drei Stunden wach bleiben willmuss nachdem die Kinder ins Bett sind. 
Derweil glotzen die Mädels Zoogeschichten. Gut für mich, kann ich ein paar Zeilen bloggen.
Was schön ist: die wahrscheinlich einzige Pfingstrosenblüte aus dem kläglichen Rest nach dem Radikalschnitt letztes Jahr ist phantastisch anzusehen, leuchtet uns an (das Foto ist leider zu schlecht) Überhaupt diese frische kühle Luft nach den Regenfällen. Finde nur ich diese Gedanken, dieses Feiern des Regens dystopisch?

#wmDedgT September 2026

Frau Brüllen fragt das Internet ‚was machst Du eigentlich den ganzen Tag?' und wir beantworten das am 5. jeden Monats mit dem Hashtag #...