17.2.20

Wochenende in Bildern 14.-16.2. (wenige)

unser Wochenende beginnt diesmal schon am Freitag. Ich sage meinen Büchereidienst ab, die Tochter hat Schmerzen wegen der neuen Spange, da soll die Kieferorthopädin vor dem Wochenende nochmal draufschauen und der letzte verfügbare Termin ist um 11, mitten im Dienst. Das passt mir auch gut, so kann ich Haus, Auto und Klamotten gut vorbereiten. Nachdem ich den Fahrdienst geschafft habe, hole ich noch die T-Shirts in der Stadt ab, kaufe im Suppenladen Proviant, füttere den Hund, besorge Blumenmitbringsel und hole verspätet die Kinder ab. Während der Fahrt ins Süddeutsche hadere ich zwar mit der vorgeschlagenen Route, verlasse mich aber wie so oft grummelnd aufs Navi ich Kurve quer durch den Lahn-Dill-Kreis. Wir kommen pünktlich im Kraichgau an, sind aber nicht sicher, was uns erwartet, daher steigt die Anspannung etwas. Die Restfamilie ist auch noch nicht eingetroffen.
Wir sind im Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim und werden das Spitzenspiel (erste gegen zweite) der Frauenbundesliga sehen. (Dazu Interessantes in der süddeutschen: Warum Hoffenheim vor den Bayern steht. Via Julian auf Twitter.)


Um 19:15 startet das Spiel, bei dem die Wolfsburgerinnen überlegen sind. Die Hoffenheimerinnen fangen sich etwas in der zweiten Hälfte, es gelingen schöne Spielzüge und doch auch noch zwei Tore. Die Töchter begeistern sich am schönen Freistoßtor von Alex Popp. Das Spiel endet 2:5
Das eigentliche Highlight erleben die Mädchen allerdings nach dem Spiel. Es gelingt ihnen, von allen Lieblingsspielerinnen Autogramme zu ergattern. Als wir dann entdecken, dass auch die Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg anwesend ist, wird das Glück perfekt, weil auch sie Autogramme vergibt. Es ist eine nette Atmosphäre, die Kinder sind glücklich. Und oh, Segnungen von social media: Frau Popp bedauert über insta, dass wegen Dopingkontrolle keine Autogramme möglich waren. So haben sich die T-Shirts also doch gelohnt, und die Eddings hatten wir auch dabei (man muss sich loben wo möglich!). Zu Hause bei meinen Eltern eine späte Gulaschsuppe, Bett gegen Mitternacht.

Nach dem Aufstehen ist der Frühstückstisch schon aufs Üppigste gedeckt, so ein Luxus! Wir verplempern viel Zeit mit rituellem Zopfgestreite, kommen aber doch pünktlich zum Treffpunkt, um mit meiner Schwester wieder nach Sinsheim zu fahren, diesmal in die Klimaarena. Absurderweise gibt es keine realistische Möglichkeit, mit dem ÖPNV anzureisen. Überhaupt ist ÖPNV und ländlicher Raum wieder Thema, die An- und Aussichten der Klimaarena frustrieren mich in erster Linie. Der angelegte Außenbereich zeigt unfreiwillig die Krux des modernen Lebens: gut angebunden neben der TSG Arena (mit recht absurdem Namen) erblicke ich die angelegte Streuobstwiese garnicht, sondern sehe auf ein Meer von parkenden LKWs. Inzwischen spielen nebenan die Männer Fußball, wir hören kurz zu und nutzen die günstige Verkehrslage zum Zurückfahren.


Wir holen den Mann vom Bahnhof ab. Den insgesamt eher dunklen Ausblick auf die Zukunft artikulieren wir beim Kaffeetrinken. Hier stoßen dann wieder die charakterlichen innerfamiliären Voreinstellungen aufeinander: unerschütterlicher Optimismus prallt auf fatalistisch Sorgenvolles. Wird sich wohl in diesem Leben nicht mehr lösen lassen.

Abends lädt mein Vater zum Nachfeiern seines Geburtstages zum Essen ein. Die Schwesterfamilie macht danach noch einen kurzen Abstecher zum Lokalderby der ersten Handballherren und nimmt unsere Töchter mit. Lokalkolorierte Fankultur erleben.
Bett gegen Mitternacht.

Kurzes Frühstück, Abfahrt zum Schwiegervater. Dort Mittagessen gekocht und einem spontanen Einfall folgend dem Neffen (und Cousin) kurz beim Handballspielen im schwiegerelterlichen Nachbarort zugeschaut.
Heimfahrt. Bisschen Englischvokabeln gelernt dabei (adder, nie gehört, aber halt auch nie gebraucht). Bei zunehmendem Sturm als Ankommer ein Eis am See genommen, bisschen den Wind um die Nase pusten lassen.
Zu Hause noch ein Äpfelchen, Auto ausgeräumt, anschwellendem Geschwisterstreit entkomme ich, indem ich den Polizeiruf mit Graf Falko schaue. Die Kinder schlafen noch nicht als der Krimi zu Ende ist, also lege ich mich dazu. Nachtschlaf von 10 bis 6.

2 Kommentare:

  1. Ja, das stimmt, so im Nachhinein. Währenddessen ist es garnicht so aufgefallen.

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