26.6.19

I put Sorg(en) in Besorgungen

Der Tag ist hintenraus leider etwas aus dem Ruder gelaufen. Morgens alles schick, sogar kühl(er), ein Lüftchen. Auf twitter Anregung von Dachflächenfenster aufgenommen und, nachdem ich es geputzt habe, mit Alufolie abgeklebt. Super! Ich versprach mir viel davon. Spoiler: Spülmittelkleber hat nicht gehalten, die Alufolie ist weg.
Wusel, vorbereit, Wäsche waschen und aufhängen, zack! trocken, da capo. Garten wässern, man wird ja professioneller, ich lasse heute wässern, weil ich mich erinnerte, dass wir einen, Sprenger ist etwas hochtrabend, so ein Teil haben. Zu geiler Mukke von twitter inspiriert mach ich die Küche und will das Essen vorbereiten (Köln 2001, das ist aber eine andere Geschichte, die noch erzählt werden sollte, mal Bilder raussuchen. Und wo ist meine Eintrittskarte?)
Kurz vor Mittag, ich müsste bald los, schnell die Eltern angerufen, in ein Gespräch verwickelt worden, holla. Im Nachhinein überlege ich, den Gesprächsfaden noch einmal aufzugreifen und meine Sorgen über ihr Leben ebenfalls zu adressieren. Aber ach, ich will ja nicht zurücktreten. Hoffentlich sind sie wenigstens beruhigt. Ansonsten gilt der Spruch meiner Mutter Ratschläge sind auch Schläge, nech, ich bin wenigstens soweit ruhig geblieben, kleiner Schritt und so. So verspäte ich mich deutlich, die Kinder abzuholen, wir müssen in die Sportartikel-Plastikhölle, für die Stufenfahrt* einkaufen, Geburtstagsgeld verprassen. Vor der Vitrine stehend leiern sie mir einen Schrittzähler, nein, einen Tracker aus dem Kreuz. Es erwischt mich immer kalt. Ich lerne da wohl nichtmehr dazu. Den Rest des Tages wird damit verbracht, das Teil einzurichten, oh Wunder. Dafür ist allerdings garnicht die Zeit, oh Wunder. Denn es sind letzte Hausaufgaben zu erledigen, das zerfasert mir alles etwas zu sehr, wenigstens fällt Fußballtraining aus, da haben wir etwas mehr Zeit. Um ins Stadtteilzentrum zu gehen, Einladungen endlich fertigzumachen, Drogerieartikel für die Stufenfahrt zu kaufen, Geburtstagsgutscheine zu kaufen und eigene zu verprassen, und sportlich sportlich! zum ersten Mal bewusst innerhalb der freien1,5 Stunden Parkzeit zu bleiben. Um eine Minute! Wir fliegen nach Hause, ich habe Kurzsport, heute allein und beim Mann meiner Bekannten, ich merke, wie ich mich doch ein wenig mehr anstrenge, war aber sehr nett.
Zu Hause dann ist natürlich nichts vorbereitet, auf- oder gar weggeräumt, die Zeit rast, schade, keine Achtelfinals heute, und dann gepflegte Eskalation. Nudelsalat Caprese und Schmusi aus Obst, das wegmuss (Melone, Erdbeeren, Plattpfirsiche, halbe Avocado, Banane) also Rumfortschmusi, obwohl, hier ist jeder Schmusi Rumfort. Kurze Sorgendebatte, es geht ums Heimweh. Ich musste ja heute schon twittern, dass die Klassenlehrerin (ca 20 Jahre jünger als ich) den Kindern gesagt hat, dass sie überhaupt nicht die richtige Ansprechpartnerin für Heimweh sei, und heulende Kinder sich nur nicht bei ihr blicken lassen sollten. Das hilft natürlich. Vor allem der doch etwas sensiblen J. Nun ist sie allerdings auch schon ein bisschen reflektiert und hat nachgedacht. Ihr wurde klar, dass sie sich besser fühlt, wenn ich auch was schönes mache und nicht vermissend zu Hause rumsitze (check!) und die Nachfrage, ob ich es denn ok fände, wenn sie Spaß hätte, oder ob ich glaubte, sie würde mich nicht vermissen, wenn sie kein Heimweh habe finde ich so verkrünkelt wie süß. Konnte ich entkräften die Sorge.
Die Kinder liegen um 22:50, jetzt doch nicht auf dem Balkon, ich muss runterkommen, da hilft eine Glühwürmchensichtung im Garten, wie toll! Das letze Mal ist wirklich Jahre her.

*Exkurs: fast 100 Jahr fuhr man von hier aus in das Seeferienheim, das die evangelische Kirche betrieb, Ende des Jahres ist Schluss. Warum auch immer, generell ist schon die Frage, wie treffen die Kirchen diese Entscheidungen, Immobilien nicht weiter zu bewirtschaften, oder gar zu verkaufen. Immobilien, die ihnen zB geschenkt wurde, in 1AA Lage. Lass uns losgehen, Tafelsilber verscherbeln? Rhetorische Frage. Ist doch doof.

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